Die aktuelle Entwicklung der deutschen Exporte kann ein Hinweis auf die zukünftigen Exportaussichten sein. Hat sich die Nachfrage deutlich verändert oder die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Anbieter? Wie sind die Konjunkturaussichten? Hält der Trend voraussichtlich an oder gibt es Hinweise auf eine Wende? Der ExportManager stellt auf der neuen Themenseite Exporttrends die neuesten Daten zum deutschen Export vor und kommentiert die Einflussgrößen für die kommenden Monate. Aktuell sind die Exportwerte von Dezember 2018 bis November 2019 erfasst. Insgesamt sanken die deutschen Exporte im November 2019 um 2,9% gegenüber dem Vorjahr. In den ersten elf Monaten 2019 betrug der Anstieg 0,7%.

Großbritannien

Die Konjunkturschwäche in Großbritannien setzte sich im Sommerhalbjahr 2019 fort. Die deutschen Exporte gingen weiter zurück. Im November betrug das Minus 15,9%. Im Sechsmonatsdurchschnitt ergibt sich ein Exportrückgang um –6,8%.

Irland

Die deutschen Exporte haben im November 2019 gegenüber dem Vorjahr um 2,3% zugelegt. Im Monat zuvor endete eine einjährige Korrektur der zuvor deutlich erhöhten Lieferwerte. Der Durchschnitt der Exportveränderung lag in den sechs Monaten bis November noch bei –32,2%.

Italien

Italien kommt auch unter der neuen Regierung wirtschaftlich nicht voran. Der Trend der deutschen Exporte bleibt negativ. Im November sanken sie um 5,6% gegenüber dem Vorjahr, in den sechs Monaten bis dahin gingen sie im Durchschnitt um 4,0% zurück..

Russland

Die Nachfrage in Russland stabilisiert sich, bleibt aber 2019 noch schwach. Im Sechsmonatsdurchschnitt bis November 2019 lagen die deutschen Exporte um 2,2% über dem Vorjahreswert. Im Oktober gingen sie jedoch um 6,2% zurück.

Türkei

Die Türkei hat die Rezession hinter sich gelassen. Seit Juni 2019 legen auch die deutschen Exporte gegenüber dem reduzierten Vorjahreswert wieder zu. Im November erhöhten sie sich um 28,3% und ließen den Sechsmonatsdurchschnitt auf 16,7% steigen.

Iran

Der Rückgang der deutschen Exporte hält an. Im November sanken die Lieferungen in den Iran um 23,5% auf nur noch 127 Mio EUR. Der Sechsmonatsdurchschnitt lag bei –43,2%. Die Handelsmöglichkeiten sind durch die US-Sanktionen stark eingeschränkt.

Argentinien

Der Wahlsieg des peronistischen Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen hat die argentinische Wirtschaft weiter unter Druck gesetzt. Um die Währungsreserven zu schützen, beschränkte die Zentralbank den Devisenverkehr. Die deutschen Exporte nach Argentinien sanken im Durchschnitt der sechs Monate bis November bereits um 20,0%.

Brasilien

Brasiliens Reformen kommen mit der Verabschiedung der Rentenreform weiter voran, doch die Unternehmen sind zurückhaltend. Der Abschluss des Freihandelsabkommens mit der EU könnte weitere Impulse bringen. Die deutsche Exporte stiegen in den sechs Monaten bis November 2019 um durchschnittlich 4,6%.

Südafrika

Der ANC hat die Parlamentswahl gewonnen, doch die Zustimmung sinkt und der Strom wird knapp. Für Deutschland ist Südafrika der größte Markt südlich der Sahara. Im November sanken die deutschen Exporte um 12,4% gegenüber dem Vorjahr und ließen den Sechsmonatsdurchschnitt auf –4,2% sinken.

Kanada

Kanada bleibt ein guter und stabiler Kunde der deutschen Exporteure, auch wenn die deutschen Exporte zuletzt sanken. Im November 2019 gingen sie um 3,7% zurück, der Sechsmonatsdurchschnitt war mit 5,6% jedoch positiv.

Mexiko

Die Handelspolitik der USA gegenüber Mexiko erhöht die Unsicherheit auch für deutsche Investoren vor Ort. Entsprechend zurückhaltend (–2,3% zum Vorjahr) entwickelten sich die deutschen Exporte in den sechs Monaten bis November 2019. Zuletzt gingen sie sogar um 17,6% zurück.

USA

Der Druck der USA auf ihre Handelspartner hält an, doch der Außenhandel bleibt defizitär. In den sechs Monaten bis November 2019 stiegen die deutschen Exporte um durchschnittlich 3,7%. Im November gingen sie um 2,8% gegenüber dem Vorjahr zurück.

China

Der Handelskonflikt mit den USA zeigt Wirkung. Chinas Konjunktur schwächt sich ab und die Importe steigen kaum noch. Im November 2019 gingen die deutschen Exporte nach China um 2,1% zurück. Im Sechsmonatsdurchschnitt betrug der Rückgang 2,0%.

Indien

Die indische Wirtschaft erlebt eine ausgeprägte Wachstumsschwäche. Die deutschen Exporte dorthin sanken von Juni bis Oktober 2019 zweistellig. Im November folgte ein Anstieg um 8,2%. Der Sechsmonatsdurchschnitt blieb mit 17,6% negativ.

Südkorea

Südkorea hat die Einbußen im Außenhandel relativ gut verkraftet, die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal 2019 um 2,0% gegenüber Vorjahr. Die deutschen Exporte stiegen im November 2019 um 2,3%, im Sechsmonatsdurchschnitt stand ein Rückgang um 2,0% zu Buche.