Die aktuelle Entwicklung der deutschen Exporte kann ein Hinweis auf die zukünftigen Exportaussichten sein. Hat sich die Nachfrage deutlich verändert oder die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Anbieter? Wie sind die Konjunkturaussichten? Hält der Trend voraussichtlich an oder gibt es Hinweise auf eine Wende? Der ExportManager stellt auf der neuen Themenseite Exporttrends die neuesten Daten zum deutschen Export vor und kommentiert die Einflussgrößen für die kommenden Monate. Aktuell sind die Exportwerte von November 2018 bis Oktober 2019 erfasst. Insgesamt erhöhten sich die deutschen Exporte im Oktober 2019 um 1,9% gegenüber dem Vorjahr. In den ersten zehn Monaten 2019 betrug der Anstieg 1,0%.

Großbritannien

Die Konjunkturschwäche in Großbritannien setzte sich im Sommerhalbjahr 2019 fort. Die deutschen Exporte gingen weiter zurück. Im Oktober betrug das Minus 2,2%. Im Sechsmonatsdurchschnitt ergibt sich ein Exportrückgang um –5,5%.

Irland

Die deutschen Exporte haben im Oktober 2019 gegenüber dem reduzierten Vorjahreswert um 9,1% zugelegt. Damit ist eine einjährige Korrektur der zuvor deutlich erhöhten Lieferwerte abgeschlossen. Der Sechsmonatsdurchschnitt der Exportveränderung lag im Oktober noch bei –38,8%.

Italien

Italiens neue Regierung wird in der EU zumeist positiv bewertet. Doch die Haushaltspläne für 2020 stellen die Stabilität der viertgrößten Volkswirtschaft der EU auf die Probe. Der Trend der deutschen Exporte bleibt negativ. Im Oktober sanken sie um 13,4% gegenüber dem Vorjahr.

Russland

Die Nachfrage in Russland stabilisiert sich, bleibt aber 2019 noch schwach. Die deutschen Exporte entwickeln sich besser als die russischen Gesamtimporte. Im Sechsmonatsdurchschnitt bis Oktober 2019 lagen die deutschen Exporte um 5,8% über dem Vorjahreswert. Im Oktober betrug der Anstieg 15,2%.

Türkei

Die Türkei erlebt eine ausgewachsene Rezession. Auch die deutschen Exporte sind stark gesunken. Doch seit Juni 2019 legen sie gegenüber dem reduzierten Vorjahreswert wieder zu. Im Oktober stiegen sie um 32,5% und ließen den Sechsmonatsdurchschnitt mit 10,4% deutlich positiv ausfallen.

Iran

Der Rückgang der deutschen Exporte hält an. Im Oktober sanken die Lieferungen in den Iran um 71,2% auf nur noch 115 Mio EUR. Der Sechsmonatsdurchschnitt lag bei –46,9%. Die Handelsmöglichkeiten sind durch die US-Sanktionen stark eingeschränkt.

Argentinien

Der Wahlsieg des Oppositionskandidaten bei den jüngsten Präsidentschaftswahlen hat die argentinische Wirtschaft weiter unter Druck gesetzt. Um die Währungsreserven zu schützen, beschränkte die Zentralbank den Devisenverkehr. Die deutschen Exporte nach Argentinien sanken im Durchschnitt der sechs Monate bis Oktober bereits um 17,2%.

Brasilien

Brasiliens Reformen kommen mit der Verabschiedung der Rentenreform weiter voran, doch die Unternehmen sind zurückhaltend. Der Abschluss des Freihandelsabkommens mit der EU könnte weitere Impulse bringen. Die deutsche Exporte stiegen in den sechs Monaten bis Oktober 2019 um durchschnittlich 5,5%.

Südafrika

Der ANC hat die Parlamentswahl gewonnen, doch die Zustimmung sinkt. Für Deutschland ist Südafrika der größte Markt südlich der Sahara. Im Oktober sanken die deutschen Exporte um 12,7% gegenüber dem Vorjahr und ließen den Sechsmonatsdurchschnitt mit –0,5% erstmals seit November 2018 wieder in den negativen Bereich rutschen.

Kanada

Kanada bleibt ein guter und stabiler Kunde der deutschen Exporteure. Das Abkommen CETA könnte dazu beigetragen haben. Im Oktober 2019 gingen die deutschen Exporte nach Kanada um 1,7% zurück, der Sechsmonatsdurchschnitt lag bei +6,8%.

Mexiko

Die Handelspolitik der USA gegenüber Mexiko erhöht die Unsicherheit auch für deutsche Investoren vor Ort. Entsprechend zurückhaltend (+1,2% zum Vorjahr) entwickelten sich die deutschen Exporte in den sechs Monaten bis Oktober 2019. Zuletzt gingen sie um 2,5% zurück.

USA

Der Druck der USA auf ihre Handelspartner hält an, doch der Außenhandel bleibt defizitär. In den sechs Monaten bis Oktober 2019 stiegen die deutschen Exporte um durchschnittlich 7,4%. Im Oktober betrug der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr 10,0%.

China

Der Handelskonflikt mit den USA zeigt Wirkung. Chinas Konjunktur schwächt sich ab und die Importe steigen kaum noch. Im Oktober 2019 nahmen die deutschen Exporte nach China um 1,9% zu. Im Sechsmonatsdurchschnitt waren sie mit –0,3% rückläufig.

Indien

Die neue Amtszeit der BJP beginnt für Indien ernüchternd. Die Wirtschaft erlebt eine ausgeprägte Wachstumsschwäche. Die deutschen Exporte sanken im Oktober 2019 erneut kräftig um 19,6%. Der Sechsmonatsdurchschnitt sank auf 15,5%.

Südkorea

Südkorea hat die Einbußen im Außenhandel relativ gut verkraftet, die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal 2019 um 2,0% gegenüber Vorjahr. Die deutschen Exporte sanken im Oktober 2019 jedoch um 5,6%, im Sechsmonatsdurchschnitt konnten sie noch um 1,6% zulegen.