Die aktuelle Entwicklung der deutschen Exporte kann ein Hinweis auf die zukünftigen Exportaussichten sein. Hat sich die Nachfrage deutlich verändert oder die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Anbieter? Wie sind die Konjunkturaussichten? Hält der Trend voraussichtlich an oder gibt es Hinweise auf eine Wende? Der ExportManager stellt auf der neuen Themenseite Exporttrends die neuesten Daten zum deutschen Export vor und kommentiert die Einflussgrößen für die kommenden Monate.

Großbritannien

Die Konjunkturschwäche in Großbritannien setzte sich im zweiten Quartal 2019 fort. Die deutschen Exporte gehen weiter zurück. Der negative Trend verfestigt sich mit Blick auf die verfahrene britische Politik unter dem neuen Premier Boris Johnson. Die zukünftigen Handelsbeziehungen sind weiterhin unklar.

Irland

Die deutschen Exporte nach Irland rauschen weiter in die Tiefe. Im Juni 2019 halbierten sie sich gegenüber dem Vorjahr. Der Sechsmonatsdurchschnitt der Exportveränderung liegt inzwischen  bei –37,1%. Eine Trendwende dürfte erst gegenüber dem reduzierten Vorjahreswert im Oktober einsetzen.

Italien

Italien steht vor Neuwahlen oder zumindest vor einem Regierungswechsel. Damit verzögert sich die Aufstellung des Haushalts 2020 und stellt die Stabilität der viertgrößten Volkswirtschaft der EU auf die Probe. Der Trend der deutschen Exporte ist negativ, im Juni gingen sie um 5,7% zurück.

Russland

Auch die Nachfrage in Russland schwächt sich ab: Nach den Zuwächsen in den Vormonaten folgte im Juni ein Rückgang um 12,8%. Die Konjunktur bleibt im ungünstigen weltwirtschaftlichen Umfeld schwach. Die Rohölpreise sind wieder gefallen.

Türkei

Die Türkei erlebt eine ausgewachsene Rezession. Das Vertrauen der Investoren hat unter der unorthodoxen Wirtschaftspolitik gelitten. Auch die deutschen Exporte sind stark gesunken. Im Juni 2019 deutete sich mit einem Plus von 0,2% eine Trendwende an.

Iran

Der Rückgang der deutschen Exporte hält unvermindert an. Im Juni sanken die Lieferungen in den Iran um 47,0% Der Sechsmonatsdurchschnitt lag bei 47,7%. Die Handelsmöglichkeiten sind durch die US-Sanktionen stark eingeschränkt.

Argentinien

Die jüngsten Vorwahlen deuten auf eine Rückkehr der Peronisten in das Präsidentenamt hin. Börsenkurse und Währung brachen ein. Die deutschen Exporte nahmen den Rückschlag bereits im Juni mit einem Rückgang um 30,3% vorweg.

Brasilien

Brasiliens Reformen kommen auch unter Präsident Bolsonaro kaum voran, doch die Unternehmen gewinnen Zuversicht. Der Abschluss des Freihandelsabkommens mit der EU gibt weitere Impulse. Die deutsche Exporte gingen im Juni aber um 7,5% zurück.

Südafrika

Der ANC hat die Parlamentswahl gewonnen, doch die Zustimmung sinkt. Für Deutschland ist Südafrika der größte Markt südlich der Sahara mit hohen Exportzuwächsen. Im Juni erlebt die deutschen Exporte jedoch einen Rückschlag und sanken um 8,3%.

Kanada

Kanada ist das einzige im Exporttrend betrachtete Land, das seine Bezüge aus Deutschland im Juni nennenswert erhöht hat. Das Abkommen CETA könnte dazu beigetragen haben. Der Anstieg um 4,6% stabilisierte den Sechsmonatsdurchschnitt bei 7,2%.

Mexiko

Die Handelspolitik der USA gegenüber Mexiko erhöht die Unsicherheit auch für deutsche Investoren vor Ort. Entsprechend zurückhaltend entwickelten sich die deutschen Exporte in den ersten sechs Monaten 2019. Im Juni sanken sie sogar um 12,8%.

USA

Der Druck der USA auf ihre Handelspartner hält an, doch der Außenhandel bleibt defizitär. In den ersten sechs Monaten 2019 stiegen die deutschen Exporte um durchschnittlich 4,9%. Der Ausblick bleibt angesichts einer angespannten Rhetorik jedoch eingetrübt.

China

Der Handelskonflikt mit den USA zeigt Wirkung. Chinas Konjunktur schwächt sich ab und die Importe sinken. Im Juni spürten dies auch die deutschen Exporte und sanken um 12,4%. Im Sechsmonatsdurchschnitt stiegen sie noch um 4,6%.

Indien

Nach dem deutlichen Wahlsieg der Regierungspartei belebte sich der Handel, doch die Nachfrage hat sich bereits wieder eingetrübt. Die deutschen Exporte sanken im Juni kräftig um 23,4%. Der Sechsmonatsdurchschnitt verringert sich auf 2,5%.

Südkorea

Nach den Einbrüchen im China-Handel kommt nun der Handelskonflikt mit Japan. Südkorea steht vor schwierigen Monaten. Die deutschen Exporte sanken im Juni um 8,7% und gaben die Gewinne aus dem Vormonat zum Teil wieder ab.