Der Ausbruch der Virusepedemie ließ die chinesische Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 um 6,8% einbrechen. Im zweiten Quartal ist die Wirtschaft wieder um 3,2%gewachsen. Für die deutsche Wirtschaft könnte der Absatzmarkt im zweiten Halbjahr wieder eine positive Ausnahme von dem weltweiten Nachfrageeinbruch darstellen.

Deutsche Exporte nach China

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Rückgang der Exporte nach China bleibt unterdurchschnittlich

Bereits im Jahr 2019 konnten die deutschen Exporte nach China im Vorjahresvergleich lediglich um 3,2% zulegen, die Importe von dort erhöhten sich um 3,4%. In den ersten acht Monaten 2020 folgte ein Exportrückgang um 4,8%. Die Importe stiegen dagegen um 5,4%, wobei die deutsche Einfuhr aus China im August unverändert blieb.

Der Einbruch der chinesischen Konjunktur infolge der Virusepedemie hat die chinesische Nachfrage spürbar verringert. Erst im Juni erholten sich die deutschen Exporte wieder und stiegen um 15,4% gegenüber dem Vorjahr. Im Juli und August folgte ein kleines Minus von 0,1% bzw. 1,1%. Die Aussichten für den Rest des Jahres sind daher positiv.

Chinas Wirtschaft wächst im zweiten Quartal

Die chinesische Wirtschaftsleistung sank aufgrund der drastischen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus im ersten Quartal 2020 um 6,8% gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres. Im zweiten Quartal folgte jedoch bereits ein Anstieg des realen BIP um 3,2% gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr deutet diese Entwicklung auf eine Zunahme der chinesischen Wirtschaftsleistung hin.

Die Automobilverkäufe in China sanken im ersten Quartal 2020 um 45,2% gegenüber dem Vorjahr. Die Neuzulassungen von Fahrzeugen in China hatten sich bereits 2019 um 9,5% verringert. Im August 2020 konnten die Neuzulassungen jedoch bereits wieder um 5,8% zulegen, während die anderen großen Märkte )mit Ausnahme Indiens) weiterhin mit zweistelligen Raten schrumpften. Insgesamt gingen die Neuzulassungen in China in den ersten acht Monaten 2020 um 15,5% zurück.

Der chinesische Außenhandel blieb in den ersten acht Monaten 2020 erstaunlich robust: Die Exporte sanken um 2,3%, die Importe gingen um 5,2% gegenüber dem Vorjahr zurück. Im August 2020 konnten die Exporte zuletzt um 9,5% zulegen, die Importe sanken dagegen um 2,1%.

Konflikt mit den USA verschärft sich

Der Machtkampf zwischen den USA und China geht in die nächste Runde, nachdem China Hongkong durch ein neues Sicherheitsgesetz enger unter seine Kontrolle brachte. Die USA beendeten den Sonderstatus des Sonderverwaltungsgebiets und damit Privilegien, die auch den Handelsaustausch betreffen. Insgesamt dürfte der Handel mit China zukünftig restriktiver reglementiert werden.

Die USA hatten sich mit China auf ein Teilabkommen zur Beendigung des Handelskonflikts geeinigt, das am 15. Januar unterzeichnet wurde. Darin verpflichtete sich China, Industriegüter, Energierohstoffe, Dienstleistungen und landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von rund 200 Mrd US-Dollar zusätzlich aus den USA zu importieren. Im Juni nahmen die Importe aus den USA zwar um 11,3% zu, Im gesamten ersten Halbjahr verfehlte China seine vereinbarten Einfuhrziele jedoch deutlich.

Die USA sind Chinas wichtigster Absatzmarkt und China der wichtigste Lieferant der USA. Im vergangenen Jahr sank der bilaterale Handelswert jedoch laut chinesischer Statistik in US-Dollar um 14,6%. Die chinesischen Exporte in die USA nahmen um 12,5% ab, die Importe von dort sogar um 20,9%.