Die aktuelle Entwicklung der deutschen Exporte kann ein Hinweis auf die zukünftigen Exportaussichten sein. Hat sich die Nachfrage deutlich verändert oder die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Anbieter? Wie sind die Konjunkturaussichten? Hält der Trend voraussichtlich an oder gibt es Hinweise auf eine Wende? Der ExportManager stellt auf der neuen Themenseite Exporttrends die neuesten Daten zum deutschen Export vor und kommentiert die Einflussgrößen für die kommenden Monate.

Großbritannien

Die Verunsicherung über die künftigen Handelsbeziehungen belastet die deutschen Exporte nach Großbritannien. Angesichts der ablehnenden Haltung im britischen Parlament erwarten immer mehr Unternehmen einen ungeordneten Austritt des Landes aus der EU.

Irland

Irland spürt den nahenden Brexit. Nachdem das Land bis Herbst 2018 ein kräftiges Wirtschaftswachstum verzeichnete, knickte die Konjunktur zuletzt ein. Die deutschen Exporte erleben seit Oktober 2018 einen rapiden Rückgang nach den hohen Zuwächsen im Vorjahr.

Italien

Die italienische Regierung hat die Finanzmärkte in Unruhe versetzt. Der vorgelegte Haushalt für das laufende Jahr überschreitet die mit den EU-Partnern vereinbarte Verschuldungsgrenze. Und die Wirtschaft hat zuletzt deutlich an Fahrt verloren.

Russland

Der kalte Krieg ist zurück: Die USA drohen deutschen Unternehmen mit Sanktionen, falls sie sich auf unerwünschte Geschäfte mit Russland einlassen. Einmal mehr müssen sich deutsche Exporteure mit den politischen Nebenwirkungen ihres Handels befassen.

Türkei

Der Höhenflug der türkischen Wirtschaft ist vorbei. Stärker als die innen- und außenpolitischen Irritationen haben sich 2018 wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen bemerkbar gemacht. Der starke Wertverlust der Türkischen Lira hat die Importe verteuert.

Iran

Im November schlugen die US-Sanktionen gegen Erdölindustrie und Finanztransaktionen durch und ließen den deutschen Außenhandel mit dem Iran kräftig sinken. Der Ausblick für das Iran-Geschäft bleibt stark eingetrübt.

Argentinien

Währungskrise, Trockenheit und Haushaltskürzungen haben die Nachfrage Argentiniens 2018 deutlich gedrosselt. Wenn sich die Rahmenbedingungen verbessern, könnte sich die Wirtschaft 2019 erholen. Doch das Wetterphänomen El Nino bedroht die Ernten.

Brasilien

Der neue Präsident schwenkt auf eine liberale Wirtschaftspolitik um. Die Hoffnungen der Unternehmen richten sich auf die Sanierung der Staatsfinanzen und die Öffnung des Marktes. Doch die neue Regierung birgt auch protektionistische Risiken.

Südafrika

Für Deutschland spielt Südafrika als größter Markt südlich der Sahara eine zentrale Rolle bei der Erschließung und wirtschaftlichen Stabilisierung der Wachstumsregion. Trotz Währungsturbulenzen und politischer Unsicherheit nimmt die Konjunktur Fahrt auf. Die deutschen Exporte legen zu.

Kanada

Die Einigung auf ein neues Freihandelsabkommen mit den USA und Mexiko hat die kanadische Wirtschaft im vierten Quartal belebt. Doch die Ratifizierung des USCMA hängt im US-Kongress. Mit China gibt es ebenfalls politische Konflikte, die den Handel belasten könnten.

Mexiko

In der mexikanischen Industrie spiegelt sich die Handelskontroverse mit den USA deutlich wider. Die angespannte innenpolitische Situation im Wahljahr belastete die Investitionen. Der neue Präsident muss Vertrauen aufbauen – im eigenen Volk und im Ausland.

USA

Der Haushaltsstreit um die Mauer nach Mexiko hält trotz einer vorübergehenden Einigung an. Auch das neue Freihandelsabkommen mit Kanada und Mexiko hängt im Kongress fest. Das Ergebnis der neuen Handelspolitik fällt ernüchternd aus: Das Handelsdefizit der USA steigt.

China

Zum Jahresende 2018 häuften sich die Signale für eine Konjunkturabschwächung in China. Ex- und Importe schrumpften auch in den ersten beiden Monaten 2019. Die Aussicht auf höhere US-Zölle belastete die Geschäftserwartungen. Seither versuchen beide Seiten Zollanhebungen abzuwenden.

Indien

Hohes Wachstum bei niedriger Inflation sind gute Voraussetzungen für einen stabilen Aufschwung. Mit einer Zinssenkung reagierte die indische Zentralbank auf diese günstige Konstellation. Allerdings blieb auch Indien von dem kurzen Konjunktureinbruch im November nicht verschont.

Südkorea

Südkoreas Exportwirtschaft ist eng mit Chinas Industrie verbunden. Daher machten sich die rückläufigen Importe Chinas im Dezember deutlich bemerkbar. Die koreanische Regierung steuert mit Staatsausgaben dagegen. Die Konjunkturaussichten haben sich eingetrübt.