Die aktuelle Entwicklung der deutschen Exporte kann ein Hinweis auf die zukünftigen Exportaussichten sein. Hat sich die Nachfrage deutlich verändert oder die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Anbieter? Wie sind die Konjunkturaussichten? Hält der Trend voraussichtlich an oder gibt es Hinweise auf eine Wende? Der ExportManager stellt auf der neuen Themenseite Exporttrends die neuesten Daten zum deutschen Export vor und kommentiert die Einflussgrößen für die kommenden Monate.

Großbritannien

Die Verunsicherung über die künftigen Handelsbeziehungen haben die deutschen Exporte nach Großbritannien 2018 belastet. Die Verschiebung des EU-Austritts bis längstens Oktober 2019 verlängert die Übergangszeit. Bereits im ersten Quartal 2019 haben sich Wirtschaft und Außenhandel belebt.

Irland

Irland hat 2018 von der Vorbereitung auf den Brexit profitiert. Seit dem Herbst 2018 dreht sich die Entwicklung, Konjunktur und Außenhandel schwächen sich deutlich ab. Die deutschen Exporte erleben seit Oktober 2018 einen rapiden Rückgang nach den hohen Zuwächsen im Vorjahr.

Italien

Die italienische Regierung hat die Finanzmärkte in Unruhe versetzt. Der vorgelegte Haushalt für das laufende Jahr überschreitet die mit den EU-Partnern vereinbarte Verschuldungsgrenze. Und die Wirtschaft hat zuletzt deutlich an Fahrt verloren.

Russland

Der kalte Krieg ist zurück: Die USA drohen deutschen Unternehmen mit Sanktionen, falls sie sich auf unerwünschte Geschäfte mit Russland einlassen. Einmal mehr müssen sich deutsche Exporteure mit den politischen Nebenwirkungen ihres Handels befassen.

Türkei

Der Höhenflug der türkischen Wirtschaft ist vorbei. Stärker als die innen- und außenpolitischen Irritationen haben sich 2018 wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen bemerkbar gemacht. Der starke Wertverlust der Türkischen Lira hat die Importe verteuert.

Iran

US-Sanktionen gegen Erdölindustrie und Finanztransaktionen schränken den deutschen Handel mit dem Iran stark ein. Nun sind auch die Übergangsfristen für den Kauf iranischen Öls ausgelaufen. Der Ausblick für das Iran-Geschäft bleibt stark eingetrübt.

Argentinien

Währungskrise, Trockenheit und Haushaltskürzungen haben die Nachfrage Argentiniens 2018 deutlich gedrosselt. Wenn sich die Rahmenbedingungen verbessern, könnte sich die Wirtschaft 2019 erholen. Doch das Wetterphänomen El Nino bedroht die Ernten.

Brasilien

Der neue Präsident schwenkt auf eine liberale Wirtschaftspolitik um. Die Hoffnungen der Unternehmen richten sich auf die Sanierung der Staatsfinanzen und die Öffnung des Marktes. Doch die neue Regierung birgt auch protektionistische Risiken.

Südafrika

Der ANC hat die Wahl gewonnen, doch die Zustimmung sinkt. Für Deutschland spielt Südafrika als größter Markt südlich der Sahara eine zentrale Rolle bei der Erschließung und wirtschaftlichen Stabilisierung der Wachstumsregion. Die deutschen Exporte legen zu.

Kanada

Die Einigung auf ein neues Freihandelsabkommen mit den USA und Mexiko hat die kanadische Wirtschaft im vierten Quartal belebt. Doch die Ratifizierung des USCMA hängt im US-Kongress. Mit China gibt es ebenfalls politische Konflikte, die den Handel belasten könnten.

Mexiko

In der mexikanischen Industrie spiegelt sich die Handelskontroverse mit den USA deutlich wider. Die angespannte innenpolitische Situation im Wahljahr belastete die Investitionen. Der neue Präsident muss Vertrauen aufbauen – im eigenen Volk und im Ausland.

USA

Der Handelsstreit mit China eskaliert und der politische Druck auf die Handelspartner steigt. Auch wenn die Handelspolitik der USA bislang kaum Erfolge zeigt, lastet die Unsicherheit über ihre Folgen auf der Weltwirtschaft. Unter der Kraftprobe leiden die Geschäftsbeziehungen und Lieferketten werden neu aufgebaut.

China

Die Signale für eine Konjunkturabschwächung in China häufen sich. Die Importe sanken sich in den ersten fünf Monaten 2019 um etwa 4% gegenüber dem Vorjahr. Zölle und Sanktionen der USA sowie die Gegenmaßnahmen Chinas belasten die Geschäftserwartungen.

Indien

Hohes Wachstum bei niedriger Inflation sind gute Voraussetzungen für einen stabilen Aufschwung. Die mit deutlicher Mehrheit bestätigte Regierung kann sich nach dem Wahlkampf wieder den geplanten Reformen widmen.

Südkorea

Südkoreas Exportwirtschaft ist eng mit Chinas Industrie verbunden. Daher machen sich die schwächelnden Importe Chinas deutlich bemerkbar. Die koreanische Regierung steuert mit Staatsausgaben dagegen. Die Konjunkturaussichten haben sich eingetrübt.