Exportweltmeister setzen auf Qualität, Kundennähe und Vernetzung

Exportweltmeister setzen auf Qualität, Kundennähe und Vernetzung

Exportweltmeister sind Unternehmen, die mit ihrem Auslandsgeschäft entscheidend zum Exporterfolg der deutschen Wirtschaft beitragen

Deutschlands Exporteure sind im europäischen Binnenmarkt zuhause. Die Vernetzung mit Unternehmen und eigenen Standorten in den Nachbarländern bildet einen leistungsfähigen europäischen Verbund. Gemeinsam liegen die EU-Staaten in der Statistik der größten Exporteure an zweiter Stelle hinter China. Doch deutsche Unternehmen sind auch in den außereuropäischen Absatzmärkten erfolgreich: als Produzenten und als Exporteure. So exportieren deutsche Unternehmen auch aus ihren Produktionsstätten z.B. in China und den USA. Sie tragen so zum Export dieser Länder bei.

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EU wird nach dem Brexit Exportweltmeister

In der folgenden Tabelle zeigt die Rangliste der größten Exportländer die EU mit einem Anteil von 34,2% weit vor den beiden anderen großen Exportnationen China (12,6%) und USA (8,9%). Auch wenn nur der Export aus der EU heraus (Extrahandel) gerechnet wird, lag die EU im ersten Halbjahr 2019 mit 12,1% nur knapp hinter China. Wenn Großbritannien die EU verlässt, wird die EU sogar knapp vor China Exportweltmeister. Denn Großbritannien importiert mehr aus der EU als sie in Nicht-EU-Länder exportiert.

Güterexporte (in Mio USD) 1. Halbjahr 2019 Anteil  %
Welt 9.298,00 100,00
EU 3.177,30 34,20
EU-28-Intrahandel 2.049,70 22,00
EU-27-Extrahandel 1.171,10 12,60
China 1.171,10 12,60
EU-28-Extrahandel 1.127,60 12,10
USA 824,1 8,9
Deutschland 753,6 8,1
Niederlande 354,3 3,8
Japan 347 3,7
Frankreich 291,6 3,1
Südkorea 271,3 2,9
Italien 268,5 2,9
Hongkong 256,1 2,8
Großbritannien 237,3 2,6

Quellen: WTO; Eurostat; eigene Berechnung.

Das sind die Erfolgsfaktoren deutscher Unternehmen

  • Die deutschen Unternehmen haben sich vor Einführung des Euro erfolgreich spezialisiert und profitieren seither von der relativen Schwäche der europäischen Währung. Gemessen am realen effektiven Wechselkurs des Euro hat sich die Wettbewerbsfähigkeit des ganzen Euroraums gegenüber 19 Handelspartnern laut einer Analyse der Deutschen Bundesbank zwischen dem zweiten Quartal 2008 und Ende 2018 um 17,5% erhöht.
  • Die Qualität deutscher Produkte haben das Label „Made in Germany“ laut einer aktuellen Umfrage von YouGov und Cambridge University zur weltweit beliebtesten Herkunftsbezeichnung gemacht.
  • Die Exportmanager deutscher Unternehmen sind vor allem im B2B-Geschäft erfolgreich: vom technischen Verständnis über Exportfinanzierung und Logistik bieten sie Industriekunden weltweit einen hervorragenden Service.
  • Die besondere Unternehmenskultur in familiengeführten Industrieunternehmen trägt ebenfalls zum Exporterfolg bei. Dazu gehören dezentrale Entscheidungsstrukturen und motivierende Arbeitsorganisation, Fachkräfteausbildung und langjährige Erfahrung in der Planung, Fertigung und Inbetriebnahme sowie die internationale Mobilität der Mitarbeiter.

Weitere Erfolgsfaktoren: 10 Schritte zum Exportweltmeister

Weitere Erfolgsfaktoren haben wir in dem Whitepaper „10 Schritte zum Exportweltmeister: Erfolgsfaktoren und Best Cases für Exportmanager“ aufgelistet.

  1. Denken Sie an den globalen Kunden!
  2. Entwickeln Sie ein Produkt, das dieser globale Kunde braucht und nutzen möchte!
  3. Beschäftigen Sie Menschen aus Ihren Zielmärkten und werden Sie zum Anziehungspunkt!
  4. Entwickeln Sie ein globales Verständnis, und machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Botschaftern!
  5. Bringen Sie Ihr Produkt in den Markt, und machen Sie es zu Ihrem persönlichen Angebot!
  6. Suchen Sie sich verlässliche Partner, und arbeiten Sie zum gegenseitigen Vorteil zusammen!
  7. Entwickeln Sie eigene Onlinelösungen, oder setzen Sie auf europäische Angebote!
  8. Finanzieren Sie Ihren internationalen Aufstieg über den Kapitalmarkt. Er liebt Gewinner!
  9. Passen Sie Ihr Produkt an die neuen Marktbedingungen an, und erweitern Sie Ihr Portfolio!
  10. Vergessen Sie Ihre Wurzeln nicht, auch wenn Sie jetzt Exportweltmeister sind!

Exportweltmeister in der Praxis

Einen beachtlichen Teil der deutschen Exporte (41%) lieferten 2017 lediglich 110 Unternehmen mit einem Umsatz ab 1 Mrd EUR. Weitere 23% kamen von 1.353 Unternehmen mit einem Umsatz ab 100 Mrd EUR bis unter 1 Mrd EUR. Führend waren 2017 die Automobilhersteller, die 19,3% des deutschen Exports beitrugen, gefolgt vom Maschinenbau mit 10,8%. Im Automobilbau sind einige der Exportweltmeister aktiv: Volkswagen, Daimler, BMW, Audi und Porsche. Der Maschinenbau ist spezialisierter und weist dennoch einige Exportweltmeister auf. An ihrer Spitze: Siemens, Kion, Bosch und ThyssenKrupp. Entscheidend für den Erfolg ist jedoch das Netzwerk aus Originalherstellern und Zulieferern – und die gemeinsame internationale Präsenz dieser Partner in der Nähe der Kunden.

Starkes Mittelfeld setzt auf Wachstum

Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 2 und 8 Mrd EUR bilden den Mittelbau der deutschen Exportweltmeister: sie sind Global Player und trotzdem ihrer Herkunft eng verbunden. Dazu zählen z.B. die nordhessischen Unternehmensgruppen B.Braun, Friedhelm Loh und Viessmann, die schwäbischen Maschinenbauer Voith, Trumpf und Festo, die westfälischen Hersteller Benteler, Hella und Miele. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Insbesondere im Süden und in der Mitte Deutschlands liegen exportstarke Standorte. So erzielen die Bundesländer Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern dir höchsten Exportumsätze, gefolgt von Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Exportweltmeister: die Masse macht’s

Viele kleinere Unternehmen tragen insbesondere mit Speziallösungen zum Erfolg und Umsatz der größeren Exporteure bei. Auf die 316.910 Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 100 Mio EUR entfielen 2017 lediglich 31,2% der Exporte. Darin sind Zulieferungen in die Exporte größerer Unternehmen jedoch nicht enthalten. Zu diesen Spezialisten gehören Unternehmen wie die Wenzel Group und Delo aus Bayern sowie Lauda aus Baden-Württemberg. Sie alle sind Meister des Exports.

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