Die Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums spüren auch die Schwellenländer. Einige Märkte entwickeln sich jedoch trotz dieser Hemmnisse gut und zeichnen sich durch ein stabiles Wachstum aus.

Trotz des Handelsstreits zwischen den USA und China verfügt Asien auch 2019 über aussichtsreiche Destinationen für deutsche Unternehmen. Eine aktuelle Analyse sieht Vietnam und Indonesien unterm Strich als die derzeit vielversprechendsten Märkte in Fernost an. Auch in anderen Regionen bestehen gute Exportchancen.

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Die Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums spüren auch die Schwellenländer. Nicht nur der Handelskonflikt zwischen den USA und China, auch die sich abkühlende chinesische Konjunktur sowie eine festere Geldpolitik seit der zweiten Jahreshälfte 2018 sorgen für Verunsicherung.

Einige Märkte entwickeln sich jedoch trotz dieser Hemmnisse gut und zeichnen sich durch ein stabiles Wachstum aus. Dazu zählt auch Marokko, das wir bereits in der Februar-Ausgabe des ExportManagers vorgestellt haben. In diesen Ländern bestehen weiterhin vielfältige Geschäftsperspektiven für deutsche Unternehmen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Firmen die ausländischen Märkte gut kennen und sich gegebenenfalls gegen unerwartete Risiken wie Forderungsausfälle absichern.

Vietnam und Indonesien punkten mit starker Inlandsnachfrage

In Vietnam erfreut sich die Bevölkerung einer steigenden Kaufkraft, in deren Folge der Konsum stark wächst. Ein positiver Impuls für die Konjunktur des Landes ist zudem vom Abschluss des Freihandelsabkommens mit der EU zu erwarten.

Obwohl Vietnam vom Handelsstreit zwischen den USA und China erheblich betroffen ist (der Exporterfolg des Landes hängt auch von den Ausfuhren ins Reich der Mitte ab), könnte es gleichzeitig von dem Konflikt profitieren. So ist es durchaus möglich, dass beispielsweise Vietnams Textilunternehmen Marktanteile der chinesischen Konkurrenz gewinnen, da sich die Kosten der chinesischen Firmen aufgrund des Handelsstreits mit den USA erhöhen.

Im vietnamesischen Lebensmittel- und Getränkebereich gibt es ebenfalls viele Geschäftschancen für ausländische Unternehmen, da insbesondere die junge vietnamesische Bevölkerung gerne auswärts essen geht. Weiterhin bietet Vietnams Chemiesektor vor dem Hintergrund zu-nehmender Bauaktivitäten und Infrastrukturmaßnahmen ebenfalls viel Potential.

Auch die indonesische Wirtschaft be-kommt die Abkühlung der chinesischen Konjunktur in Form einer geringeren Auslandsnachfrage zu spüren. Das Land kann den Rückgang der Ausfuhren aber dank seiner starken Inlandsfrage kompensieren. Im Vorfeld der anstehenden Wahlen im Frühjahr wurden zudem die Staatsausgaben erhöht. Dies beflügelt den inländischen Konsum.

Auch die Auslandsinvestitionen dürften in dem aktuell positiven Geschäftsklima weiterhin stark wachsen. Die aussichtsreichsten Sektoren für Exporteure sind laut der Analyse von Atradius Konsum­güter, Lebensmittel und Getränke, Chemie und Kunststoffe sowie der Maschinenbau.

Bulgarien: vielversprechender Markt in Osteuropa

In Osteuropa gilt Bulgarien derzeit als ein vielversprechender Markt mit guten Aussichten. Aufgrund der Geschäftskultur des Landes ist es aber für ausländische Unternehmen nicht immer einfach, erfolgreich in Bulgarien zu wachsen. Unter anderem ist die Korruption in dem Land immer noch ein Problem, auch wenn Reformen bereits eingeleitet wurden.

Bulgariens Wirtschaft entwickelt sich überdurchschnittlich gut im osteuropäischen Vergleich. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes steigt in diesem Jahr voraussichtlich um 3,5%, bereits 2018 hatte es um 3,3% zugelegt. Der Ausblick bleibt positiv bei steigender Inlandsnachfrage und zunehmenden Investitionen. Ein höheres verfügbares Einkommen lässt auch die Nachfrage nach ausländischen Produkten ansteigen. Chancen ergeben sich für Exporteure vor allem in den Branchen Konsumgüter, Lebensmittel und Getränke, dem Maschinenbau und dem Chemiesektor.

Peru: stabile Volkswirtschaft in Südamerika

Peru gilt innerhalb Südamerikas als überdurchschnittlich stabiler Markt mit einer erwarteten Wachstumsrate für das reale BIP von rund 4% in diesem Jahr. Die Regierung verfolgt eine insgesamt unternehmensfreundliche Politik, obwohl die

Fortschritte bei den strukturellen Wirtschaftsreformen relativ langsam sind. Große Wachstumsaussichten bietet derzeit die peruanische Grundstoffindustrie.

Die Absatzmöglichkeiten für Exporte nach Peru werden durch die liberale Handelspolitik des Landes unterstützt. Diese hilft dem Andenstaat auch, seine Anfälligkeit bei Rohstoffpreisschwankungen zu verringern. Peru hat Handelsabkommen unter anderem mit den USA, der EU, China sowie den Mercosur-Staaten geschlossen, die die Entwicklung des Landes ebenfalls positiv beeinflussen.

Der aktuelle Bericht „Promising emerging markets for 2019“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

andreas.tesch@atradius.com

www.atradius.de

 

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