Die „Ratschläge für die Ausfuhr“ bieten wichtige Devisenvorschriften sowie zahlreiche Hinweise u.a. zu Lizenzsystemen, ­Beschreibungen zu Warenbegleitpapieren und Markierungs- sowie Ursprungsbezeichnungsvorschriften von nahezu allen Ländern der Welt. Das Nachschlagewerk wird seit über 40 Jahren exklusiv von der Commerzbank veröffentlicht. Die aktuelle Fassung kann hier (https://ratschlaegeausfuhr.commerzbank.de/) kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.

Von Gunther Schilling, Leitender Redakteur ExportManager, FRANKFURT BUSINESS MEDIA

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Mit der soeben erschienenen Onlineausgabe 2016 der „Ratschläge für die Ausfuhr“ hat die Commerzbank ihr Nachschlagewerk für die deutsche Exportwirtschaft und ihre Dienstleister u.a. in Transport und Logistik auf den neuesten Stand gebracht. Nutzer können sich direkt zum Download registrieren und anschließend aktuelle Exportbestimmungen zu mehr als 200 Ländern einsehen.

Frank-Oliver Wolf, Leiter Commerzbank Transaction Services Deutschland der Mittelstandsbank, wies bei der Vorstellung der Neuausgabe darauf hin, dass die einschlägigen Bestimmungen ständigen Änderungen unterlägen: „Aktuelle länderspezifische Informationen sind deshalb die Voraussetzung für eine reibungslose Abwicklung des Auslandsgeschäfts. Dazu trägt die neue Ausgabe dieses Standardwerks bei.“

Russlands Lizenzsystem im Blick

Besonders stark haben sich die Außenhandelsbestimmungen der Russischen Föderation geändert, seit seit 2014 Sanktionen der EU die Lieferungen dorthin beschränken. Im Gegenzug verhängte Russland Einfuhrverbote gegenüber der EU und anderen an den Sanktionen beteiligten Staaten. Doch auch abseits der von den Sanktionen betroffenen Waren bestehen Lizenzierungspflichten.

Es sind jedoch auch positive Entwicklungen festzustellen: Seit der Aufnahme in die WTO sinken die Zölle im Handel mit Russland, und durch die Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion ist der zollfreie Export aus anderen Mitgliedstaaten dieser Zollunion (Weißrussland, Kasachstan, Kirgistan und Armenien) nach Russland möglich. Diese Standorte ermöglichen auch die Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen in Russland.

Zahlungsrisiken beachten

Auch wenn der Zahlungsverkehr durch die Liberalisierung des Devisensystems erleichtert wurde, bleibt insbesondere das Risiko einer Insolvenz im Bankensektor hoch. Auch das Bonitätsrisiko auf der Kundenseite nimmt zu, und die Zahlungsmoral hat nach Erkenntnissen der Commerzbank gelitten. Die Möglichkeit eines Forderungsausfalls sollte bereits in den Verträgen berücksichtigt werden, eine Absicherung sollte erfolgen.

Einen aktuellen Hinweis geben die „Ratschläge für die Ausfuhr“ in Bezug auf die Zollabfertigung in der Rubrik Begleitpapiere. Danach wurden die Kontrollen verschärft, und Versandverfahren werden restriktiver gehandhabt. Das Nachschlagewerk geht im Weiteren ausführlich auf die Regelungen für bestimmte Warengruppen ein und bietet weitere nützliche Hinweise.

Kontakt: gunther.schilling@frankfurt-bm.com

 

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