Jeder fünfte Teilnehmer an der jüngsten Leserbefragung des ExportManagers sieht in Mexiko und Vietnam Exportpotential für sein Unternehmen. Im Juli und August 2014 haben sich 900 Abonnenten an unserer Onlinebefragung beteiligt und ein ­insgesamt ­positives Bild der eigenen Exportaussichten gezeichnet. Die Schwierigkeiten in der Euro-Zone und die aktuellen Hindernisse im Handel mit Russland und dem Nahen Osten sind allerdings spürbar.

Von Gunther Schilling, Ressortleiter Außenwirtschaft, F.A.Z.-Institut

Die Leser des ExportManagers erwarten mehrheitlich ein solides Wachstum des Auslandsgeschäfts: 21% der Befragten rechnen für 2015 mit einem Anstieg der eigenen Exporte um 4%–7%. Weitere 10% halten sogar ein stärkeres Wachstum für wahrscheinlich. Mit einer schwächeren Entwicklung kalkulieren 20% der Befragten. Knapp die Hälfte der 900 Teilnehmer gab dazu keine Antwort ab.

Die Befragten stammen vor allem aus dem Maschinenbau (14%), der elektrotechnischen Industrie (6%) und der Chemie (5%). 15% sind im Export, 12% im Bereich Zoll und Exportkontrolle und 11% im Vertrieb tätig. Jeweils 9% kümmern sich um Finanzen und Controlling bzw. kommen aus Geschäftsführung oder kaufmännischer Leitung.

Asien bleibt Wachstumstreiber

Bei der geographischen Verteilung der Wachstumsmärkte steht für die Exportmanager erwartungsgemäß Asien im Fokus. Dort entwickelt sich für ein Drittel der Befragten der Absatz im kommenden Jahr außerordentlich gut. Doch auch in der EU wird sich für 18% der Export besonders stark erhöhen. Osteuropa und Nordamerika folgen mit rund 15%, Der Nahe Osten kommt auf 13%, Südamerika auf 12% und Afrika auf 11%.

Als aussichtsreichste Einzelmärkte unter den wachstumsstarken Ländern im Gefolge der BRIC-Staaten sehen die meisten Befragten Vietnam (28%), gefolgt von Mexiko (27%), Indonesien (25%), Chile (17%), Kasachstan (15%), Kolumbien (13%) und Nigeria (12%). Für das Exportpotential des eigenen Unternehmens ergibt sich eine etwas andere Reihenfolge: Danach stehen Mexiko (22%), Vietnam (20%), Indonesien (18%), Kasachstan (14%), Chile (13%), Kolumbien (9%) und die Philippinen (8%) auf der Favoritenliste der Exportmanager.

Politische Hindernisse und begrenzte Impulse

Konjunkturelle und administrative Hindernisse können den Export jedoch behindern. Der Absatz in den Krisenländern der Euro-Zone wurde nach Ansicht von 35% der Befragten in den vergangenen Jahren vor allem durch die geringere Nachfrage gebremst, weitere 21% berichten von fehlender Finanzierung. Doch nur 6% der Befragten boten ihren Kunden Finanzierungen an. 18% haben ihre Forderungen stärker abgesichert. Einschränkungen ihrer Exporte durch die Sanktionen der EU und der USA sehen die Befragten im Handel mit dem Iran (31%), Russland (23%), Syrien (18%), Weißrussland (16%), Libyen und Ägypten (jeweils 12%) sowie dem Libanon (7%).

Die Liberalisierung des Handels mit den USA und Japan durch zukünftige Freihandelsabkommen sehen 14% der Befragten als wichtigen Impuls für den bilateralen Handel. Sie rechnen mit einer Steigerung der eigenen Exporte um mehr als 5%. Kosteneinsparungen von mehr als 5% erwarten 9%. Keine Änderungen der Exporte und Kosten sind dagegen für 35% bzw. 27% das voraussichtliche Ergebnis der Vereinbarungen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für ihre Unterstützung!

Kontakt: g.schilling[at]faz-institut.de

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