Partnerland Japan mit starker Präsenz auf der CeBIT

Japan ist eine der größten Volkswirtschaften der Welt und eines der reichsten Länder der Erde. Das Land verfügt über eine breit aufgestellte, technologisch hochentwickelte und stark exportorientierte Wirtschaftsstruktur. Vom 20. bis 24. März 2017 nutzt Japan die CeBIT in Hannover, um sich Europa und der Welt als kraftvolle Hightechnation und Spitzenreiter in Sachen Digitalisierung zu präsentieren.

Von Oliver Frese, Vorstand, Deutsche Messe AG

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Internet of Things, Virtual Reality, Artificial Intelligence, Cyber Security, autonome Systeme und humanoide Roboter – die technologischen Trends der digitalen Transformation spiegeln sich im Auftritt des CeBIT-Partnerlands Japan wider. Im März 2017 zeigen sich die Unternehmen und Institutionen aus dem „Land der ­aufgehenden Sonne“ nicht nur äußerst innovationsfreudig und zukunftsgewandt, sondern auch großflächig: Auf mehr als 7.200 qm präsentiert Japan die neusten digitalen Highlights und Innovationen.

Dazu kommen weitere individuelle Ausstellungsflächen in den jeweiligen Angebotsschwerpunkten. Insgesamt nehmen mehr als 120 japanische Unternehmen und Institutionen an der CeBIT 2017 teil. Das sind etwa zehnmal so viele wie im vergangenen Jahr und stellt den absoluten Höhepunkt in der Geschichte der Beteiligung Japans an der CeBIT dar. Das Partnerland Japan wird die CeBIT in diesem Jahr spürbar prägen. Die japanische Regierung hat die CeBIT als weltweit führende Veranstaltung für die Digitalisierung ausgesucht, um sich dort als Innovationstreiber und Vorreiter für Technik und Wissenschaft zu präsentieren.

Anfang Oktober hatten die Deutsche Messe und die japanische Außenhandelsförderorganisation JETRO den Partnerschaftsvertrag unterschrieben. Hitoshi Masuda, Generaldirektor von JETRO Berlin, sagte in Düsseldorf: „Zum ersten Mal ist Japan Partnerland der CeBIT. Wir sind stolz darauf, dass die japanische Außenhandelsförderorganisation JETRO dort mit einem großen Länderpavillon vertreten sein wird. Der entsprechende Vertrag wurde am Tag der deutschen Einheit in Tokio unterzeichnet. Dabei wurde der Messeauftritt von Premierminister Abe ausdrücklich begrüßt. Wir wollen, dass die Teilnahme unseres Partnerlandes ein voller Erfolg wird. JETRO hat zu diesem Zweck die Projektgruppe ‚Kizuna‘ ins Leben gerufen, die nach dem japanischen Wort für ‚emotionale Verbundenheit‘ benannt ist. Der JETRO-Pavillon wird unter anderem den Einsatz von Robotern in Medizin und Landwirtschaft zeigen. Auf der CeBIT werden diese hochentwickelten japanischen Technologien der Weltöffentlichkeit präsentiert.“

Hochrangige Sprecher aus Japan auf der CeBIT

Hochrangig sind auch die Gäste aus Japan, die im März 2017 auf der CeBIT erwartet werden. Der japanische Premierminister Shinzō Abe wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich eingeladen, mit ihr die CeBIT zu eröffnen. Professor Hiroshi Ishiguro, einer der weltweit klügsten Köpfe auf dem Gebiet der Robotik und Direktor des Intelligent Robotics Laboratory an der Universität in Osaka, kommt mit seinem maschinellen Doppelgänger. Keynote Speaker der CeBIT Global Conferences sind unter anderem Minoru Usui, President von Epson, und Shoei Yamana, President und CEO von Konica Minolta.

Ein weiteres Highlight im Rahmen der CeBIT Global Conferences ist der Auftritt des japanisch-amerikanischen Unternehmers Kei Shimada. Seit 2012 steht Shimada an der Führungsspitze der Firma Dentsu Aegis, wo er die Entwicklung neuer Lösungen im Bereich tragbare Geräte, neuronale Technologien sowie standortbezogene Datenmengen und Infrastrukturen zum Krisenmanagement vorantreibt.

Aus der obersten Führungsebene kommen auch die Teilnehmer des CeBIT Japan Summit am ersten Messetag. Neben führenden Regierungsmitgliedern aus Japan und Deutschland nehmen Vertreter wegweisender deutscher und japanischer IT-Unternehmen teil.

Führende japanische Unternehmen nutzen CeBIT 2017

Das japanische Unternehmen Epson nutzt die CeBIT 2017 zur Präsentation von Innovationen. „Epson setzt auf traditionell japanische Prinzipien, um innovative und umweltfreundliche Produkte zu entwickeln. Basis aller Entwicklungen sind eigene Technologien, die effizient, kompakt und präzise arbeiten“, betonte ­Henning Ohlsson, Geschäftsführer Epson Deutschland und CSR-Direktor EMEAR. „Die CeBIT bietet eine ideale Plattform, um unsere Aktivitäten und Technologien einem breiten Fachpublikum vorzu­stellen. Sie bietet aber auch den Rahmen, um richtungsweisende Neuentwicklungen im Businessumfeld zu präsentieren. Ich freue mich daher ganz besonders, bereits jetzt schon eine Europapremiere ankündigen zu können. Unsere Papier­recyclingmaschine für das Büro, das Epson PaperLab, wird zum ersten Mal außerhalb Japans auf der CeBIT 2017 zu sehen sein.“

Ein bedeutendes Thema der japanischen CeBIT-Präsenz ist Cyber Security. Dazu betonte Raimund Genes, CTO des japanischen IT-Sicherheitsanbieters Trend Micro: „Cybererpressung, Sicherheitslücken, Angriffe auf das Internet der Dinge: Noch nie waren die Attacken der Kriminellen so raffiniert und so zahlreich, noch nie waren IT-Sicherheit und Datenschutz so wichtig – Themen, bei denen Japan und Deutschland eine vergleichbare Auffassung verbindet. Für Trend Micro ist die CeBIT 2017 daher die ideale Plattform, um unser Know-how und unsere Lösungen für diese Themen zu präsentieren: Als japanisches Unternehmen, das seit fast 30 Jahren am Markt vertreten ist, sowie als deutsche Niederlassung, die seit über 20 Jahren Stammgast auf der CeBIT ist.“

Internationale Zusammenarbeit ­zwischen Japan und Deutschland

Am CeBIT-Mittwoch stehen der bilaterale Wissenstransfer und gemeinsame Forschungsprojekte im Mittelpunkt. Dann veranstaltet das Universitätskonsortium HeKKSaGOn ein deutsch-japanisches Symposium. Industrie und Wissenschaft stehen heute vor der Herausforderung, alltagstaugliche Roboter zu entwickeln, die lernend agieren und Intelligenz entwickeln. Vertreter von sechs führenden Forschungsuniversitäten aus Japan und Deutschland diskutieren die Herausforderungen und Chancen der Robotik im 21. Jahrhundert. Gemeinsam mit Vertretern der Politik möchten sie der Mensch-Maschine-Interaktion, verbunden mit dem demographischen Wandel, wichtige Impulse geben und den Stand der Forschung einem breiten CeBIT-Publikum zugänglich machen.

„Japan und Deutschland gehören zu den innovativsten Ländern der Welt und stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie der künftigen Energieversorgung und der Digitalisierung“, sagte Dr. Katsumasa Ikematsu, Experimentalphysiker am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Gemeinsame Lösungen erarbeiten sechs Universitäten beider Länder im Netzwerk HeKKSaGOn. Die Partner forschen in zukunftsweisenden Feldern wie den Umwelt- und Materialwissenschaften, den Lebens- und Sozialwissenschaften sowie der Robotik – die beim Symposium des KIT auf der CeBIT 2017 im Fokus stehen wird.“

oliver.frese@messe.de

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