Am 24. Juli 2012 führte die IHK-Exportakademie Baden-Württemberg ein Zollforum in Mannheim durch. Über 80 Teilnehmer konnten sich zu zollrechtlichen Fragen auf den neuesten Stand bringen. Wer diese Gelegenheit verpasst hat, kann dies nun am 14. und 15. November in Stuttgart nachholen. Dort bietet die IHK-Exportakademie im Rahmen der Global Connect zwei Fortbildungstage zu Zollthemen an. Dabei dürfte das Angebot an länderspezifischem Zollwissen zu Russland und China besonders interessant sein.

Von Sylvia Röhrig, Redakteurin ExportManager, F.A.Z.-Institut

Marc Bauer, Leiter Internationaler Warenverkehr der IHK Region Stuttgart, gab einen Überblick über die aktuellen Neuerungen im Zollrecht. Dabei spannte er den Bogen vom Modernisierten Zollkodex der EU über die Reform des deutschen Außenwirtschaftsgesetzes (AWG), die Umsatzsteuerfragen in Verbindung mit der ATLAS-Ausfuhr bis hin zu den Belegnachweisen bei innergemeinschaftlichen Lieferungen (Gelangensbestätigung).

Hinsichtlich der Gelangensbestätigung konnte Bauer die Teilnehmer beruhigen. Er berichtete, dass die heftigen Proteste der Unternehmen und die intensiven Aktivitäten der IHK-Organisationen und Verbände Früchte getragen hätten. Nun soll eine Nachbesserung der Verordnung bis 2013 erfolgen. Und 2012 bleiben die Anforderungen bei dem Belegen von innergemeinschaftlichen Lieferungen noch beim Alten.

Michael Picco, Geschäftsführer der Zollagentur Winnenden, erläuterte das Sicherheitsprogramm des „bekannten Versenders“ (BV) und gab viele praktische Tipps. Wichtig sei zunächst, dass die Un-ternehmen genau prüften, ob sich das BV-Verfahren überhaupt für sie lohne. Wenn ja, müsse man sehr schnell tätig werden. Denn die Übergangsfristen liefen Ende März 2013 ab, und die zuständigen Auditteams (nur zwei in Baden-Württemberg) seien aufgrund der wachsenden Zahl von Anträgen zunehmend überlastet.

Ingo Schwanzer, Leiter Supply Chain Management der Komet Group, eines führenden Herstellers von Präzisionswerkzeugen, erläuterte, warum die Zertifizierung zum BV für sein Unternehmen wichtig gewesen sei. Er berichtete von guten Erfahrungen sowohl bei der innerbetrieblichen Umstellung als auch bei der Zusammenarbeit mit dem zuständigen Luftfahrtbundesamt (LBA).

Zwei Referentinnen von AEB Risk Management, Nicole Mantei und Dr. Ulrike Jasper, widmeten sich dem Thema Exportkon-trolle. Sie brachten den Teilnehmern die komplexen Sachverhalte des US-Re-Exportrechts und des Umgangs mit genehmigungspflichtigen Waren anhand von konkreten Beispielen gut nahe.

Im Rahmen der Außenwirtschaftsmesse Global Connect auf dem Gelände der Messe Stuttgart am 14. und 15. November wird die IHK-Exportakademie Baden-Württemberg zusätzlich zum allgemeinen Zollseminar Länderseminare zu ­Russland und China anbieten. Russland
ist bekannt als ein Absatzmarkt mit hohem Potential, aber schwierigen Strukturen. Beim Liefergeschäft müssen dort viele Besonder­heiten berücksichtigt werden. Auf dem Programm stehen zoll­relevante Inhalte eines Liefervertrages sowie Zollregime und Logistik. Das ­Seminar zu China nimmt neben den zolltechnischen Fragestellungen die besonderen Zertifizierungsanforderungen des Landes unter die Lupe. ­Weitere Details zum Programm und zur Anmeldung unter www.ihk-exportakademie.de.

Kontakt: s.roehrig[at]faz-institut.de

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