Der „ExportManager“ wird weiterhin neue Wege aufzeigen und die aktuellen Entwicklungen in den Märkten und in den Rahmenbedingungen aufgreifen. Dabei setzen wir weiter auf den engen Austausch mit unseren Lesern und unseren Strategischen Partnern – gerne auf unseren Veranstaltungen, wie dem „Tag der Exportweltmeister“ am 3. November 2020 in Mannheim.

Der „ExportManager“ feiert zehnjähriges Jubiläum. Am 11. März 2010 erschien die erste Ausgabe des Onlinemagazins und versammelte Beiträge aus einer breiten Palette von Exportthemen. Denn die Exporteure standen nach dem Exporteinbruch 2009 vor einem schwierigen Neustart.

Beitrag in der Gesamtausgabe (PDF)

Als die Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 Insolvenz anmeldete, brach der internationale Handel in den folgenden Monaten ein. Die deutschen Exporte nach Europa und Amerika sanken 2009 um über 20%, unter den Haupthandelspartnern nahm lediglich China mehr deutsche Waren ab als im Vorjahr. Es mangelte nicht nur an Nachfrage, sondern auch an der Finanzierung und Absicherung der Exporte.

In dieser Phase entschloss sich die F.A.Z.-Verlagsgruppe, ein neues Magazin auf den Markt zu bringen, dass die nun dringend benötigten Informationen bereitstellen sollte. Die Themenauswahl der ersten Ausgabe konzentrierte sich daher auf Nachfragetrends, Exportfinanzierung, Risikomanagement, Kreditversicherung, Zoll- und Exportkontrolle. Die Autoren kamen von führenden Banken und Kanzleien, die den „ExportManager“ als Strategische Partner bis heute unterstützen.

Zehn Jahre Exporterfolg

Bereits im Jahr 2010 legte der deutsche Export wieder kräftig zu und kompensierte einen Großteil des vorangegangenen Verlustes. Seither erreichten die Ausfuhren immer neue Rekordwerte, und 2019 lagen sie um 65% über dem Wert von 2009 – das waren mehr als 522 Mrd EUR zusätzlicher Umsatz für die deutsche Wirtschaft. Länder wie China und die USA, aber auch die neuen EU-Staaten nahmen 2019 mehr als doppelt so viele Exporte ab wie 2009, die Ausfuhr nach Irland verdreifachte sich sogar. Dagegen ging der Absatz deutscher Produkte in Griechenland zurück. Etablierte Absatzmärkte wie Frankreich und Italien konnten dagegen nur wenig zulegen. Auch Russland war nicht mehr der dynamische Absatzmarkt früherer Jahre. Und in Afrika blieb der deutsche Export weiterhin hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Breites Informationsangebot

Der „ExportManager“ hat diese Entwicklung eng begleitet. Im monatlichen ­Wechsel wird jeweils eine Zielregion ­deutscher Exporte besonders intensiv be-trachtet. Von Absatzchancen über Finanzierungsmöglichkeiten bis zu Risikomanagement und Exportkontrolle reichen die Themen jeder Ausgabe. Hinzu kommen regelmäßig Beiträge zu Zollfragen, insbesondere im Hinblick auf den Brexit, sowie Berichte über Unternehmen und Veranstaltungen.

Als Informations- und Netzwerkveranstaltung des „ExportManagers“ wurde 2016 erstmals der „Deutsche Exporttag“ veranstaltet. Der britische Handelsminister Liam Fox nutzte kurz nach dem Referendum die Gelegenheit für ein Statement zur zukünftigen Handelspolitik des Vereinigten Königreichs. Martin Herrenknecht verriet, wie er sich mit seinen Tunnelbohrmaschinen erfolgreich auf dem Weltmarkt durchsetzen konnte. Inzwischen hat sich der Event als „Tag der Exportweltmeister“ als eine der führenden Außenwirtschaftsveranstaltungen im Kalender der Exportverantwortlichen etabliert.

Weitere Formate kamen hinzu, wie Roundtables, Webinare, Foren und Panels. Großes Interesse weckte beispielsweise 2011 der Roundtable Iran-Embargo, der von

Dr. Lothar Harings (GvW), Stefan Müller (Oppenhoff & Partner) und Dr. Harald Hohmann gestaltet wurde. Auch das Webinar zum Aufbau der internen Exportkontrolle mit Burkhard Ballmann war ein schönes Beispiel für die kompetente Wissensvermittlung des „ExportManagers“.

Neue Herausforderungen

Das Jubiläumsjahr des „ExportManagers“ begann mit einigen einschneidenden Entwicklungen. Bereits seit Dezember 2019 breitet sich ein neues Coronavirus in China aus und stellt Wirtschaft und Gesellschaft im ersten Quartal auf eine harte Probe. Für die deutschen Exporteure kam erschwerend hinzu, dass sich China in einem Handelsabkommen mit den USA auf feste Importwerte für einige Güter verständigte, die deutsche Lieferungen schwieriger machen. Das Vereinigte Königreich trat Ende Januar 2020 aus der EU aus und läutete den Countdown zur faktischen Trennung von der EU zum Jahresende ein.

Doch der Blick zurück zeigt auch, dass die deutsche Exportwirtschaft ungünstige Rahmenbedingungen zu meistern weiß. Die Atempause dürften einige zuvor stark ausgelastete Unternehmen zu einer Neuausrichtung nutzen. Der Arbeitsmarkt dürfte sich etwas entspannen und der Lohndruck abnehmen. Allerdings werden wohl auch Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt werden müssen. Die internationale Arbeitsteilung muss auf die neuen Risiken reagieren und neue Wege zu einer kosteneffizienten und marktnahen Produktion finden.

Nächste Schritte

Im Rahmen unserer Neuausrichtung setzen wir nach zehn erfolgreichen Jahren auf eine stärkere Themendurchdringung. Wir werden daher sukzessive Übersichtstexte zu ausgewählten Themen erstellen und durch Beiträge unserer Strategischen Partner ergänzen. Wir begleiten die Verhandlungen der EU mit dem Vereinigten Königreich ebenso wie die Entwicklungen der Dual-Use-Verordnung und die neuen Plattformangebote für Exportfinanzierung und Logistik. Doch auch die persönlichen Erfahrungen der Exportverantwortlichen, unserer Leser, sowie deren Arbeitsmarkt und Arbeitsweise sind spannende Themen, denen wir uns stärker widmen wollen.

Der „ExportManager“ wird weiterhin neue Wege aufzeigen und die aktuellen Entwicklungen in den Märkten und in den Rahmenbedingungen aufgreifen. Dabei setzen wir weiter auf den engen Austausch mit unseren Lesern und unseren Strategischen Partnern – gerne auf unseren Veranstaltungen, wie dem „Tag der Exportweltmeister“ am 3. November 2020 in Mannheim. Während die US-Amerikaner ihren nächsten Präsidenten wählen, diskutieren wir über die möglichen Konsequenzen und die Chancen eines neuen Aufschwungs in der Außenwirtschaft. Wir freuen uns auf die Veranstaltung und auf viele weitere Jahre an der Seite der Exportverantwortlichen.

gunther.schilling@frankfurt-bm.com

www.frankfurt-bm.com

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