Das Geschäfts- und Finanzzentrum Singapur gilt nach wie vor als hervorragender Standort für den Aufbau des Asien-Geschäfts. Auch die Deutsche Messe nutzt diese Brückenkopffunktion, um ihre regionalen Messen in der Region Asien-Pazifik weiter auszu­bauen. Wir sprachen mit Ottavio Gori, Gründer und Managing Director des Beratungsunternehmens G&B Asia, der die Vertretung der Deutschen Messe in Singapur übernommen hat.

Interview mit Ottavio Gori, Managing Director, G&B Asia Pte. Ltd.

Herr Gori, vor dem Hintergrund der Schuldenkrise und der schwachen Nachfrage in Europa verlagern deutsche Unternehmen zunehmend ihre Aktivitäten in Richtung Asien. Wie schätzen Sie die allgemeine konjunkturelle Entwicklung in der Region Asien-Pazifik ein?

Die Inlandsnachfrage in der Asien-Pazifik-Region hat sich in den vergangenen zehn Jahren enorm entwickelt. Das ist auch der Grund, warum einzelne regionale Märkte auch in einem eingetrübten globalen Umfeld weiter stark wachsen. Dieser Trend wird sich mit Sicherheit fortsetzen, weil die Einkommen in einzelnen Ländern, wie z.B. in Vietnam, Indonesien und Thailand, weiter steigen werden und zusätzlich neue Märkte wie z.B. Myanmar auf die Weltbühne treten.

Die deutsche Wirtschaft steigerte auch noch im ersten Quartal 2012 trotz globaler Konjunkturabschwächung ihre Exporte insbesondere nach Indonesien, Malaysia und Vietnam überdurchschnittlich. Wie gut sind deutsche Unternehmen in Asien aufgestellt?

Das Rezept für die besondere Stärke der deutschen Wirtschaft vor Ort ist die gute Mischung aus führenden internationalen Konzernen und vielen kleinen, sehr effizient und flexibel arbeitenden Firmen mit hohem Spezialisierungsgrad. Das führt dazu, dass deutsche Produkte insbesondere im Bereich der Investitionsgüter einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Produkten westlicher Unternehmen aufweisen und sich am Markt durchsetzen. Im Segment der Konsumgüter ist Wachstum nur möglich, wenn die Produktion tatsächlich nach Asien verlagert wird.

Sie haben kürzlich die Aufgabe übernommen, die Deutsche Messe in Singapur zu vertreten. Was haben Sie vor?

Ich werde mit meinem Team daran arbeiten, unsere Messen noch stärker in der Region bekanntzumachen, und Unternehmen dazu ermuntern, die Ausstellungsmöglichkeiten zu nutzen bzw. die Messen zu besuchen. Wir wollen auch die Möglichkeit nutzen, unsere hochwertigen Veranstaltungsformate in Zusammenarbeit mit Regierungsstellen und anderen Veranstaltern aus Singapur heraus zu exportieren.

Die Intralogistikmesse CeMAT findet guten Anklang in Asien. Was sind die Erfolgsfaktoren dieser Messen?

Ende November 2012 wird die CeMAT India zum fünften Mal in Indien aus­gerichtet und Ende Oktober die CeMAT Asia zum 13. Mal in Schanghai. Logistik ist ein entscheidender Baustein in jeder Wertschöpfungskette. Logistikunter­nehmen wachsen und verändern sich ­zurzeit so schnell, dass eine Spezialmesse in dieser Branche nur erfolgreich sein kann.

Für welche deutschen Unternehmen ist es interessant, sich dort zu präsentieren, und wie gut sind deutsche Logistikunternehmen in Asien positioniert?

Die CeMAT ist für alle Unternehmen interessant, die Produkte und Lösungen anbieten, um die innerbetriebliche Logistik zu optimieren. Zu den Ausstellern zählen Anbieter von kompletten Logistiksystemen, Hersteller von Flurförderzeugen, Kranen und Hebezeugen, aber auch Anbieter von Logistik-Software oder Auto-ID-Systemen. Die Intralogistikbranche ist äußerst innovativ und global aktiv, wobei die deutschen Unternehmen eine führende Rolle einnehmen.

Die Deutsche Messe ist auch mit anderen Themen („Industrial Automation and Motion“, „Drive & Automotive (MDA)“ in Asien präsent.

In dieser Branche sind Unternehmen aus Europa, den USA und Japan die führenden Player. Doch auch kleinere Anbieter mit interessanten Lösungen insbesondere in Verbindung mit IT können diese Messen gut als Plattform für eine Expansion ihrer Exporte nutzen.

Kontakt: Singapore[at]gbasiagroup.com

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