Die Agentur für Wirtschaft & Entwicklung hat eine Datenbank erstellt, die eine gezielte Suche nach den geeigneten Angeboten erlaubt. Dadurch können konkrete Vorhaben sehr schnell einem Angebot zugeordnet und im Austausch mit dem Anbieter geprüft werden.

Rund 250 Projektvorschläge für die Coronavariante des staatlichen Förderprogramms develoPPP.de liegen inzwischen vor – und die Nachfrage ist ungebrochen. Dieses deutliche Signal für den Bedarf an staatlicher Unterstützung kam während eines Webinars der German Health Alliance (GHA) und der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung (AWE) zu Förderprogrammen für unternehmerische Aktivitäten  im Gesundheitssektor von Entwicklungs- und Schwellenländern zum Ausdruck.

Beitrag in der Gesamtausgabe (PDF)

Mit COVID-19 Response von develoPPP.de fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gezielt unternehmerische Maßnahmen, die die negativen Auswirkungen der Coronaviruspandemie in Entwicklungs- und Schwellenländern signifikant abmildern. Doch nur ein Bruchteil der eingereichten Vorschläge wird angesichts erschöpfter Mittel und begrenzter Bearbeitungskapazitäten zur Umsetzung kommen.

Solange keine weiteren Mittel zur Verfügung gestellt werden, könnten jedoch keine Projektvorschläge mehr angenommen werden, berichtete Hans Joachim Hebgen, Berater der AWE. Auch von den bereits angenommenen Vorschlägen stünden noch einige auf der Warteliste für eine Förderung.

Nachhaltige Unterstützung durch develoPPP.de 

Unternehmen können jedoch weiterhin Projektvorschläge für die klassische Variante von develoPPP.de einreichen. Der nächste Ideenwettbewerb startet am 15. August 2020. Der Unterschied: Der erforderliche Jahresumsatz ist mit 800.000 EUR doppelt so hoch wie der für die Variante COVID-19 Response. Und es werden nur maximal 50% der Projektkosten übernommen, in der COVID-19-Variante sind bis zu 100% möglich. Dafür ist der maximale Förderbeitrag mit 2 Mio EUR in der klassischen Variante deutlich höher als die 200.000 EUR für die COVID-19-Variante.

Mit develoPPP.de CLASSIC fördern DEG und GIZ Maßnahmen von Unternehmen, die sich langfristig in Entwicklungs- und Schwellenländern engagieren wollen und dabei die politischen Ziele für Entwicklung und Nachhaltigkeit adressieren. Die Vorhaben können beispielsweise Pilotprojekte mit innovativen Technologien sein oder Maßnahmen zur Verbesserung der Lieferketten und der Ausbildung umfassen. Eine weitere Variante des Förderangebots ist develoPPP.de for jobs, mit der im Rahmen der Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt werden.

Auch AfricaConnect lindert ­Pandemiefolgen

AfricaConnect COVID-19 Response ist ebenfalls auf die Linderung der Pandemiefolgen ausgelegt. Es stellt Unternehmen finanzielle Mittel zur Verfügung, um den Betrieb weiterzuführen und laufende Kosten zu decken – für Miete, Gehälter oder Warenlager zum Beispiel. Ziel ist es, zeitliche Liquiditätsengpässe abzufedern und dadurch Arbeitsplätze zu sichern. Entsprechend können nur Unternehmen (d.h. Tochtergesellschaften europäischer Unternehmen) die Finanzierung erhalten, die bereits erfolgreich in einem afrikanischen Land aktiv sind, dabei Jobs geschaffen haben und diese jetzt retten möchten.

Das Förderprogramm AfricaConnect wurde ursprünglich aufgelegt, um europäischen Unternehmen den Weg auf afrikanische Märkte zu ebnen und die wirtschaftliche Entwicklung gerade in reformorientierten Partnerländern zu stärken. Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH setzt das Programm im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung um.

KfW unterstützt Auslandsvorhaben

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit für Auslandsvorhaben besteht auch im Rahmen des KfW-Unternehmerkredits und des ERP-Gründerkredits. Damit können bis zu 25 Mio EUR zu einem Zinssatz ab 1% über Kreditinstitute beantragt werden. Deutsche KMUs mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Mio EUR können so Investitionen, Warenlager und Betriebsmittel finanzieren. Die langfristigen Darlehen der Tochter DEG können ebenfalls zur Finanzierung von Auslandsvorhaben genutzt werden.

Datenbank erleichtert Suche nach Förder- und Finanzierungs­instrumenten

Über die Angebote deutscher Institutionen hinaus stellen auch die Entwicklungsbanken anderer Länder und Regionen Liquidität für Covid-19-Maßnahmen zur Verfügung. Und es gibt eine Vielzahl weiterer Förder- und Finanzierungsinstrumente, die unternehmerische Vorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützen.

Die Agentur für Wirtschaft & Entwicklung hat nun eine Datenbank erstellt, die eine gezielte Suche nach den geeigneten Angeboten erlaubt. Die Darstellung der Angebote enthält ausführliche Angaben zu den Bedingungen, Antragsverfahren und Ansprechpartnern. Dadurch können konkrete Vorhaben sehr schnell einem Angebot zugeordnet und im Austausch mit dem Anbieter geprüft werden.

Die Datenbank wird in einer Webkonferenz vorgestellt. Zunächst werden ausgewählte Angebote wie develoPPP.de und AfricaConnect präsentiert, anschließend diskutieren Vertreter der Förderanbieter über die aktuelle Entwicklung der Förderlandschaft und die praktischen Anforderungen an die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen. Dabei kommen auch Unternehmensvertreter zu Wort, die bereits in Entwicklungs- und Schwellenländern aktiv sind.

Der ExportManager-Webcast „Förder- und Finanzierungsdatenbank für privatwirtschaftliche Vorhaben in Entwicklungsländern“ findet am 3. September 2020 von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr statt. Melden Sie sich gerne zur kostenfreien Teilnahme unter www.exportmanager-online.de/events/wecasts an.

gunther.schilling@frankfurt-bm.com

www.frankfurt-bm.com

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