Die CeBIT findet vom 16. bis 20. März 2015 in Hannover statt. Im Fokus des internationalen IT-Events steht in diesem Jahr die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft. Nur die CeBIT kann heute einen ganzheitlichen Überblick über die digitale ­Wertschöpfungskette ermöglichen. Die Volksrepublik China ist mit mehr als 600 Ausstellern das stärkste CeBIT-Partnerland aller Zeiten. Ein Highlight gleich zu Beginn ist der „China Germany ICT Summit“ in Halle 8.

Von Oliver Frese, Vorstand, Deutsche Messe AG

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Vernetzte Konzepte und Produktneuheiten für die Industrie 4.0

Das Partnerland wird sich auf dem Messegelände in zehn Hallen unter dem Motto „Innovation, Convergence, Cooperation.“ präsentieren. Der 3.000 qm große Zentralstand wird in Halle 6 angesiedelt sein. Dort werden sich auch zahlreiche internationale Konzerne aus China präsentieren, wie etwa Alibaba, China Electronics Corporation, Datang Telecom, Huawei Technologies, Neusoft, TCL, Xiaomi und ZTE.

Umfassende Lösungen für sämtliche IT-Bereiche will Huawei auf der CeBIT anbieten. Auf seinem 1.120 qm großen Hauptstand in Halle 2 und auf 300 qm im zentralen Chinesischen Pavillon in Halle 6 sollen innovative Produkte und Dienstleistungen vorgestellt werden, mit denen die Herausforderungen des digitalen Zeitalters für die unterschiedlichsten Branchen zu bewältigen sind. „Die heutigen Unternehmen nutzen Technologien wie Big Data, Cloud, das Internet der Dinge, Mobilität und Social Networking, um erfolgreicher zu wirtschaften, ihre Kosten zu senken und sich Wettbewerbsvorteile zu sichern“, erklärte Jörg Karpinski, Vertriebsdirektor bei Huawei Enterprise in Deutschland. Um seinen Kunden bei der digitalen Transformation zu helfen, setze Huawei auf gemeinsame Innovationen und eine Kooperation mit Kunden und Partnern aus der Industrie in Deutschland und Europa.

Unter dem Motto „Connecting Everything In The Mobile World“ hat der chinesische ITK-Konzern ZTE für die Messe ein breites Spektrum an Unternehmenslösungen angekündigt. Auf dem über 300 qm großen Stand in Halle 13 erwarten die Fachbesucher Live-Demos zu den Themen Smart City, Smart Transportation, Smart Education und Green Energy. Dazu kommen Anwendungsszenarien für das Aufladen von Elektrofahrzeugen, interaktive Lernangebote, Smart Metering sowie ATG („Air to Ground“-Technologien für Passagierflugzeuge). „Wir schätzen die CeBIT als wichtige Plattform für den Dialog mit unseren Kunden und Partnern“, erklärte Li Ming, Vice President der ZTE Corporation und verantwortlich für das Geschäft in Europa.

Wichtiger Baustein in der chinesisch-deutschen Innovationskooperation

In der Volksrepublik steigt der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnologie und Telekommunikation rasant: Nach Berechnungen des European Information Technology Observatory (EITO) erreichte er 2014 rund 351 Mrd EUR – ein Plus von 14,7% gegenüber dem Vorjahr. Die Partnerschaft zwischen der aufstrebenden IT-Nation China und der CeBIT in Hannover ist ein wesentlicher Baustein der chinesisch-deutschen Innovationskooperation im Bereich der Informationstechnologie und ein wichtiger Schritt, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland im Hightechsektor voranzutreiben. Die Partnerlandbeteiligung wird eine große Impulswirkung auf die Innovationsdynamik in anderen Branchen haben. Die IT-Industrie gilt als Treiber und Wegbereiter für Ideen und Entwicklungen der Anwenderbranchen.

China ist nach den USA der zweitgrößte IT-Markt weltweit. Nach einer aktuellen Studie des EITO wird der chinesische IT-Markt in diesem Jahr um 8,8% wachsen. Damit ist China eine der Nationen mit dem weltweit stärksten Wachstum im Bereich der Informationstechnik und Telekommunikation. Das ausgeprägte Wachstum im chinesischen IT-Markt sowie die Ausweitung des Binnenkonsums machen China zu einem interessanten Absatz- und Partnermarkt für global agierende IT-Unternehmen. Gleichzeitig verschafft die Partnerlandbeteiligung der exportorientierten Nation China zusätzliche Impulse für den eingeschlagenen Wachstumskurs des chinesischen IT-Marktes.

„China ist im Bereich IT und Telekommunikation einer unser bedeutendsten Handelspartner. Diese Bedeutung spiegelt sich auch in hohen und weiterhin steigenden Investitionen deutscher Unternehmen in China wider. Der Austausch auf der CeBIT wird diese bereits bestehende enge Zusammenarbeit noch weiter vertiefen und vor allem auch dem Mittelstand und Start-ups die Möglichkeit für neue Kooperationen bieten“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Die CeBIT in Hannover ist für China kein Neuland. Bereits zu Beginn der 90er Jahre präsentierten erste Unternehmen aus China auf der IT-Leitmesse ihre Lösungen. Seitdem wächst die Beteiligung kontinuierlich. Zur Jahrtausendwende stieg die Zahl auf 30 Aussteller, im Jahr 2003 waren es über 100 und im Jahr 2009 bereits mehr als 300. Mittlerweile hat die Zahl die 500er-Marke überschritten. Mit 515 chinesischen Anbietern und einer Fläche von rund 11.000 Quadratmetern zur vergangenen Veranstaltung im März 2014 belegte China im Ranking der teilnehmenden ausländischen Nationen mit deutlichem Abstand den Spitzenplatz.

„Made in Germany“ für das Reich der Mitte

Dass der chinesische Markt längst auch für deutsche Unternehmen sehr interessant ist, bestätigt auch das führende Abhörschutzunternehmen Secusmart. So betonte der Geschäftsführer des Spezialisten für Sicherheitstechnik, Dr. Hans-Christoph Quelle: „China ist bereits einer der größten Handelspartner Deutschlands und setzt auf Wachstum durch Innovation. Wir bieten Sicherheitslösungen ‚Made in Germany‘, die genau diese Innovationen vor möglichen Angriffen verlässlich schützen.“ Zur CeBIT 2015 vermeldete Secusmart die erfolgreiche Markteinführung der Vodafone-App „Secure Call“: Die Abhörschutz-App verschlüsselt Telefonate Ende-zu-Ende über den hochsicheren Advanced Encryption Standard (AES) und ermöglicht damit jetzt auch kleinen Unternehmen, dem Mittelstand und Konzernen, sämtliche Kommunikationsdaten vor Abhörangriffen zu schützen. Zum Start soll die Security-App bei Vodafone für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar sein.

Das PSI-Tochterunternehmen Psipenta Software Systems verstärkt sein Engagement auf dem chinesischen Markt, wie Lars Pischke, Head of lnternational Business Development, beim „CeBIT China Special“ verriet: „In diesem Zusammenhang begrüßen wir sehr, dass die Wahl zum CeBIT-Partnerland 2015 auf China gefallen ist und die CeBIT damit Ausstellern eine attraktive Plattform bietet, Kontakte ins Partnerland zu knüpfen oder zu intensivieren.“ Der Softwarespezialist hat bereits zahlreiche deutsche Kunden auf ihrem Weg nach China begleitet und unterstützt nun erste chinesische Unternehmen mit einem Softwareportfolio, das auf die Anforderungen der Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Luftfahrtindustrie, Automobil- und Eisenbahnindus­trie zugeschnitten ist. „Als Softwarelieferant zahlreicher Hidden Champions für die fertigende Industrie bieten wir Unternehmen der aufstrebenden Industrienation China mit unseren Softwareprodukten die Unterstützung, die sie für ihre Entwicklung zu Hightechunternehmen benötigen“, betonte Pischke.

E-Learning-Welle erreicht China

Die E-Learning-Welle mit offenen, interaktiven Onlinekursen erreicht nun auch das asiatische Riesenreich: Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut hat eine chinesische Bildungsplattform (www.openHPI.com) aufgebaut, die den CeBIT-Besuchern aus dem Partnerland vorgestellt werden soll. Der Ableger des 2012 in Deutschland gestarteten sozialen Bildungsnetzwerks openHPI.de bietet frei zugängliche Kurse zu aktuellen Themen der Informationstechnologie. Alle Lernmaterialien wie Lektüre, Selbsttests, Hausaufgaben und Prüfungen sind auf Chinesisch abrufbar. Zur CeBIT im März startet ein neuer Onlinekurs, der in die Webtechnologien einführt. Die IT-Schau sendet 2015 also auch in diesem Bereich wichtige Business-Impulse ins Reich der Mitte.

Die deutsch-chinesische Partnerschaft steht auch im Mittelpunkt des „China Germany ICT Summit“ am ersten Messetag. Das Thema lautet „Software Defines the World“. Ziel des Summits ist es, die wichtigsten Technologietrends zu diskutieren und die Zusammenarbeit im Bereich der digitalen Wirtschaft zu stärken. Neben führenden Regierungsmitgliedern nehmen Vertreter besonders innovationsstarker IT-Unternehmen beider Länder teil. Bereits zugesagt haben Lei Jun, Präsident und Mehrheitsgesellschafter des weltweit drittgrößten Smartphone-Produzenten Xiaomi Tech, sowie Jiren Liu, Chairman und CEO des größten chinesischen Software- und IT-Services-Unternehmens Neusoft Corporation. Gerade die Auftritte von Lei Jun, einem der charismatischsten und erfolgreichsten Unternehmer Chinas, finden weltweit große Beachtung. Die Veranstaltung wird im Rahmen der CeBIT Global Conferences in Halle 8 ausgerichtet. Die Teilnahme ist für CeBIT-Besucher kostenfrei.

Kontakt: oliver.frese[at]messe.de

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