Auch im zweiten Regierungsjahr Präsident Trumps verzeichneten die USA ein steigendes Handelsdefizit. Während die Exporte 2018 um 7,6% zulegten, stiegen die Importe um 8,6%. Die Einfuhr aus den Nachbarstaaten Kanada und Mexiko erhöhte sich um 8,4%, die Exporte dorthin stiegen um 7,3%. Das stark kritisierte China erreichte bei den US-Importen noch ein Plus von 6,7%. Die Exporte der USA nach China sanken jedoch um 7,4%. Die EU lieferte 12,3% höhere Warenwerte, nahm aber auch 12,5% höhere US-Exporte ab.

Deutsche Exporte nach USA

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Handel mit Negativtendenz

Deutschland verzeichnete im Handel mit den USA zuletzt deutliche Einbußen. Die deutsche Ausfuhr sank im Dezember 2018 um 6,4% gegenüber dem Vorjahr. Zwar resultierte aus der positiven Entwicklung bis in den Herbst noch ein kleines Plus von 1,5% im Gesamtjahr 2018. Doch die Absatzchancen auf dem wichtigsten deutschen Absatzmarkt hatten sich deutlich eingetrübt. Umso erfreulicher fiel das Ergebnis im ersten Quartal 2019 aus. Die deutschen Exporte in die USA stiegen um 3,6% gegenüber dem Vorjahr.

Gut entwickelte sich auch die Importseite. Dort ging der Warenwert der Bezüge zwar im Dezember 2018 um 2,0% zurück. Doch im ersten Quartal 2019 lag der Zuwachs mit 13,7% deutlich über dem Exportzuwachs. Schon das Jahresergebnis 2018 fiel mit einem Plus von 4,8% deutlich besser aus als auf der Exportseite.

Konjunkturaussichten bleiben positiv

Die USA stützen ihre Wirtschaftsleistung vor allem auf die Binnenwirtschaft. Dort zeigen die jüngsten Indikatoren ein stabiles Wachstum der privaten Konsumnachfrage. Auch die staatlichen Ausgaben ziehen nach dem Ende des Haushaltsstreits wieder an. Die Unternehmen investieren auch Dank der jüngsten Steuerreform kräftig. Insgesamt erreichten die USA 2018 ein reales Wirtschaftswachstum von 2,9%. Die Prognosen des Internationalen Währungsfonds gehen für 2019 allerdings nur noch von einem Anstieg um 2,3% aus. Für 2020 rechnet er in seinem jüngsten Wirtschaftsausblick vom April 2019 mit einer Wachstumsrate von lediglich 1,9%.

Damoklesschwert Handelskonflikt

Als ein bedeutendes Konjunkturrisiko gilt insbesondere der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Durch die Erhebung von Zöllen in Höhe von 25% auf chinesische Waren im Wert von 250 Mrd USD wird der bilaterale Handel stark belastet. China reagierte ebenfalls mit Zollerhöhungen auf Waren im Wert von 60 Mrd USD zum 1. Juni 2019. Weitere Zollerhöhungen der USA sind angedroht. Die UNCTAD geht in einer aktuellen Studie davon aus, dass insbesondere Handelspartner wie die EU, Mexiko, Japan und Kanada von Umlenkungseffekten profitieren.