Konjunktureller Abwärtstrend: Die südkoreanische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2019 lediglich um 1,8%. 2018 konnte sie noch um 2,7% zulegen. Vor allem die schwächere Nachfrage in China und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Handelskonflikt mit den USA trüben die Erwartungen ein.

Deutsche Exporte nach Südkorea

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Deutsche Absatzflaute hält an

Deutschlands Handel mit Südkorea hat sich in den vergangenen beiden Jahren kaum verändert. Einem Anstieg der Exporte um 1,3% im Vorjahr folgte 2018 ein Rückgang um 1,1%. Im ersten Quartal 2019 verringerten sich die deutschen Exporte nach Südkorea um 7,7%. Der Sechsmonatsdurchschnitt der Exportveränderungen sank im März auf –8,1%.

Anders sieht es aktuell auf der Importseite aus. Im Gesamtjahr erhöhte sich die deutsche Einfuhr aus Südkorea um 7,2%. Einen wesentlichen Beitrag (44% des Zuwachses) leistete das außerordentliche Plus von 48,1% im Dezember. Im ersten Halbjahr 2019 betrug der Importzuwachs 21,2%.

Nachbarstaaten ebenfalls betroffen

Auch die deutschen Exporte nach Taiwan erlebten im Dezember 2018 einen starken Rückgang um 20,1%. Im Gesamtjahr 2018 wurde noch ein Plus von 2,4% erzielt. Zuletzt erholten sich die Exporte wieder und stiegen im ersten Quartal 2019 um 0,8%.

Etwas besser sah es in Japan aus. Dorthin erhöhten sich die deutschen Exporte im Dezember um 1,9% und im ersten Quartal 2019 sogar um 9,0%. Im Gesamtjahr 2018 betrug der Anstieg 4,6%.

Handelsströme verlagern sich

Aufhorchen lassen unterdessen die Wachstumsraten der deutschen Exporte auf den Philippinen und in Vietnam. Dort stiegen die Werte im Dezember um 81,2% bzw. 29,4%. Für das Gesamtjahr wurde für die Philippinen ein Plus von 26,5% und für Vietnam eines von 18,3% ausgewiesen. Im ersten Quartal 2019 konnten deutsche Exporteure auf den Philippinen ihren Absatz um 29,0% steigern, in Vietnam betrug die Zunahme nur noch 1,5%. Die deutschen Exporte nach Asien zeigen aktuell größere Schwankungen, aber weiterhin eine positive Entwicklung. Sie folgen damit auch dem Trend zunehmender ausländischer Direktinvestitionen in der Region.