Noch ist das NAFTA-Nachfolgeabkommen mit den USA und Kanada (USCMA) nicht in trockenen Tüchern. Die Ratifizierung im US-Kongress wird zur Geduldsprobe. Doch der Handel mit den USA blieb auch zuletzt rege. Die US-Daten weisen bei den Importen aus Mexiko im vierten Quartal 2018 noch hohe Zuwächse aus. Insgesamt wuchsen die Lieferungen aus dem Süden 2018 um 10,3%. In umgekehrter Richtung legten die US-Exporte nach Mexiko um 8,9% zu. Für den Januar 2019 meldete die US-Statistik einen Zuwachs der Importe aus Mexiko um 6,7%. Dagegen erhöhten sich die Exporte dorthin nur um 0,5%.

Deutsche Exporte nach Mexiko

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Bilateraler Handel schwächelt

Der deutsche Export nach Mexiko verzeichnete im Dezember 2018 einen Rückgang um 3,0%. Das Ergebnis im Gesamtjahr 2018 war mit einem Plus von 7,8% jedoch erfreulich. Noch deutlicher zeigte sich die Abschwächung auf der Importseite. Dort sanken die deutschen Bezüge aus Mexiko um 20,4%, der Zuwachs im Gesamtjahr 2018 verschlechterte sich auf 4,3%.

In den ersten beiden Monaten 2019 folgte ein Rückgang der deutschen Exporte um 2,9%, die deutschen Importe aus Mexiko legten dagegen um 15,0% zu. Die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit im Dreieck Deutschland – Mexiko – USA insbesondere in der Automobilindustrie hängt stark von der Handelspolitik der USA ab.

Moderates Wirtschaftswachstum

Die Wachstumszahlen Mexikos sehen auf den ersten Blick stabil aus: Das reale BIP stieg 2018 um 2,0%, nach 2,1% im Jahr davor. Doch während Agrar- und Dienstleistungssektor überdurchschnittlich zulegen konnten, stagnierte die Industrie mit einem Plus von lediglich 0,2%. Immerhin hat sich die Verbraucherstimmung im Januar 2019 deutlich verbessert. Gegenüber Januar 2018 stieg der entsprechende Indikator um 32,4%. Die aktuellen Wachstumsprognosen für 2019 sehen eine leichte Konjunkturabschwächung auf eine Rate von 1,7%.

Wirtschaftspolitische Herausforderungen

Der neue mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador (AMLO) steht in einer Reihe von Protestwahlen auf dem amerikanischen Kontinent. Doch während Donald Trump in den USA und Joao Bolsonaro in Brasilien einen konservativen Kurs verfolgen, setzt AMLO auf die Popularität von Sozialprogrammen und Volksabstimmungen. Zunächst fiel diesem Kurs der Neubau des internationalen Flughafens von Mexiko City zum Opfer. Nun warten Unternehmen und Bevölkerung auf eigene Projekte. Weitere Prüfsteine sind die Beziehungen zu den USA. Stichworte: Mauerbau an der Grenze und Ratifizierung des Handelsabkommens.