Die kanadische Wirtschaft hängt stark von der Nachfrage der benachbarten USA ab. 73% der kanadischen Exporte gehen dorthin und 66% der Importe kamen von dort. Entsprechend nervös reagieren die Unternehmen auf die konfrontative Handelspolitik des US-Präsidenten. Die jüngsten Außenhandelsdaten der USA zeigen für Dezember einen Rückgang der Importe aus Kanada um 6,0%. Im Oktober waren sie noch um 9,3% gestiegen und im Gesamtjahr 2018 um 6,4%. Ähnlich sah es bei den US-Exporten nach Kanada aus.

Deutsche Exporte nach Kanada

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Deutscher Export könnte profitieren

Für die deutsche Wirtschaft schloss der Warenaustausch mit Kanada im Dezember positiv ab. Die Exporte stiegen um 5,1% und die Importe um 8,7%. Auch im Gesamtjahr 2018 lagen die Zuwachsraten mit 5,0% bzw. 9,0% auf einem ähnlichen Niveau. Insbesondere im zweiten Halbjahr 2018 erzielten die deutschen Exporteure überdurchschnittliche Zuwachsraten. Der Sechsmonatsdurchschnitt betrug im Dezember 7,3%. Im Januar 2019 legte der deutsche Export nach Kanada noch stärker zu und wuchs um 9,1% gegenüber dem Vorjahr. Einen noch deutlicheren Schub erfuhren die deutschen Importe aus Kanada, die um 25,4% zulegen konnten.

Stabiles Wirtschaftswachstum

Die kanadische Wirtschaft dürfte weiterhin um rund 2% wachsen. In dieser Größenordnung liegen aktuell die Prognosen des Internationalen Währungsfonds. Auch wenn die außenwirtschaftlichen Risiken einer Zuspitzung der aktuellen Handelskonflikte beträchtlich sind. Der größere Teil der Wirtschaftsleistung ist auf die Binnennachfrage ausgerichtet. Und für den privaten Verbrauch signalisiert der kräftige Anstieg der Beschäftigung im Januar 2019 eine positive Entwicklung. Auch die Zunahme der Baugenehmigungen im Dezember 2018 zeigt eine robuste Konjunktur.

Handelsbeziehungen zu USA unter Druck

Auch wenn eine Neuauflage des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) vereinbart wurde. Die Ratifizierung des United States Canada Mexico Agreements (USCMA) im US-Kongress kommt nicht voran. Zahlreiche Demokraten, die im Repräsentantenhaus die Mehrheit stellen, stören sich unter anderem an den Bestimmungen zu den Umwelt- und Beschäftigungsstandards sowie Arzneimittelhandel.