Die kanadische Wirtschaft hängt stark von der Nachfrage der benachbarten USA ab. 73% der kanadischen Exporte gehen dorthin und 66% der Importe kamen von dort. Entsprechend nervös reagieren die Unternehmen auf die konfrontative Handelspolitik des US-Präsidenten. Die jüngsten Außenhandelsdaten der USA zeigen für das erste Quartal 2019 einen Rückgang der Importe aus Kanada um 3,4%. Im Oktober waren sie noch um 9,3% gestiegen und im Gesamtjahr 2018 um 6,4%. Die US-Exporte nach Kanada sanken im ersten Quartal 2019 um 1,3%.

Deutsche Exporte nach Kanada

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Deutscher Export könnte profitieren

Die deutsche Wirtschaft schloss den Warenaustausch mit Kanada im Gesamtjahr 2018 positiv ab. Dabei erreichten die Zuwachsraten 5,0% auf der Exportseite bzw. 9,0% auf der Importseite. Insbesondere im zweiten Halbjahr 2018 erzielten die deutschen Exporteure überdurchschnittliche Zuwachsraten.

Im ersten Quartal 2019 legte der deutsche Export nach Kanada um 4,2% gegenüber dem Vorjahr zu. Der Sechsmonatsdurchschnitt der Exportzuwächse stand im März 2019 bei 5,7%. Etwas stärker erhöhten sich die deutschen Importe aus Kanada, die im ersten Quartal 2019 um 4,9% zulegen konnten.

Stabiles Wirtschaftswachstum

Die kanadische Wirtschaft dürfte 2019 etwas weniger stark wachsen als im Vorjahr. Die aktuelle Prognose des Internationalen Währungsfonds geht von einem Plus von 1,5% aus. Die außenwirtschaftlichen Risiken einer Zuspitzung der aktuellen Handelskonflikte sind beträchtlich. Doch der größere Teil der Wirtschaftsleistung ist auf die Binnennachfrage ausgerichtet. Und für den privaten Verbrauch signalisiert der kräftige Anstieg der Beschäftigung im Januar 2019 eine positive Entwicklung. Auch die Zunahme der Baugenehmigungen im Dezember 2018 zeigt eine robuste Konjunktur.

Handelsbeziehungen zu USA unter Druck

Auch wenn eine Neuauflage des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) vereinbart wurde. Die Ratifizierung des United States Canada Mexico Agreements (USCMA) im US-Kongress kommt nicht voran. Zahlreiche Demokraten, die im Repräsentantenhaus die Mehrheit stellen, stören sich unter anderem an den Bestimmungen zu den Umwelt- und Beschäftigungsstandards sowie Arzneimittelhandel.