Italien weist zum zweiten Mal in Folge negative Wachstumszahlen aus. Gegenüber dem Vorquartal ging das reale BIP im vierten Quartal 2018 um 0,2% zurück. Mit einem Wirtschaftswachstum von nur gut 0,8% im Gesamtjahr 2018 läuft das Land seinen Staatsschulden hinterher. Die erforderliche Anpassung ist in der amtierenden Regierungskoalition nicht mehrheitsfähig. Doch zunächst kann Rom auf die Unterstützung aus Brüssel hoffen. Mit geringen Korrekturen am Haushalt konnte die Regierung ein Defizitverfahren vermeiden.

Deutsche Exporte nach Italien

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Robuster Handel

2018 konnten die deutschen Exporteure ihren Absatz in Italien noch deutlich ausweiten. Im Gesamtjahr betrug das Plus 7,0%. Allerdings machte sich die Konjunktureintrübung zuletzt deutlich bemerkbar. So rutschte der deutsche Export im Dezember 2018 deutlich ins Minus und ging um 6,1% gegenüber dem Vorjahr zurück. Im Januar 2019 startete der deutsche Export nach Italien mit einem leichten Minus von 0,6%. Die deutschen Importe aus Italien haben sich im Jahresdurchschnitt 2018 noch kräftig erhöht, und zwar um 8,8%. Im Dezember machte sich die Konjunkturabschwächung in Deutschland jedoch in einem Rückgang um 9,8% bemerkbar. Im Januar 2019 folgte ein Minus von 4,2%.

Solide Industriebasis

Italien bleibt ein wichtiger Kunde für die deutschen Industrieunternehmen. Das Land konnte seine Industrieproduktion seit 2016 deutlich steigern. Auch wenn die Werte 2018 nahezu stagnierten, liegt der entsprechende Index deutlich über dem Niveau von Ende 2016. Zu den führenden Branchen zählen der Maschinen- und Anlagenbau sowie die metallverarbeitende Industrie. Hinzu kommt die Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Auch die Textil- und Kunststoffindustrie sowie die Fahrzeugindustrie sind von Bedeutung. Im Export erzielt Italien komfortable Überschüsse und ist für die Produktion auf deutsche Importe angewiesen. Die importierenden Unternehmen sind dabei in der Regel deutlich zahlungskräftiger als es die Finanzsituation des Staates nahelegt.

Konjunkturelle Abschwächung

Am aktuellen Rand zeigen sich erste Anzeichen für eine geringere Dynamik sowohl in der Industrie als auch in der Gesamtwirtschaft. Der Zuwachs des realen BIP lag im zweiten Halbjahr 2018 mit 0,35% weit unter dem Niveau des ersten Halbjahrs. Die Industrieproduktion sank im Januar 2019 um 0,8% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat. Die Aussicht auf eine geringere Dynamik in der EU und Überseemärkten wie China sowie Schwierigkeiten in Großbritannien und den USA belasten auch in Italien den Ausblick.