Der Handelskonflikt zwischen den USA und China droht nach der gegenseitigen Anhebung der Zölle weiter zu skalieren. Die USA sind mit einem Anteil von 18% Chinas wichtigster Absatzmarkt. Im ersten Quartal 2019 gingen die Exporte dorthin nach US-Angaben um 14% zurück. Eine weitere Abnahme ist zu befürchten, denn seit dem 10. Mai ist ein Großteil der chinesischen Exporte mit einem erhöhten Zollsatz von 25% belegt. Auch in der Gegenrichtung werden ab dem 1. Juni höhere Zölle erhoben. Für das erste Quartal weist die US-Statistik bereits eine Abnahme der Exporte nach China um 18,8% aus.

Deutsche Exporte nach China

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Handel gibt nach

Die Absatzdelle zum Jahresende 2018 ist überwunden. Im ersten Quartal 2019 erholten sich die deutschen Exporte nach China und stiegen im Vorjahresvergleich um 6,5%, die Importe erhöhten sich um 4,5%. Im gesamten Vorjahr waren die deutschen Exporte nach China um 8,1% gestiegen. Auf der Importseite betrug das Plus 4,3%. Die Abschwächung der chinesischen Konjunktur und die wechselnden Impulse aus dem Handelsstreit mit den USA dürften die Absatzchancen deutscher Unternehmen auch 2019 prägen.

Verhaltende Investitionen

Chinas Konjunktur leidet unter geringeren Investitionszuwächsen. Zwar stieg das reale BIP 2018 noch um 6,6%. Doch die Impulse kamen vor allem von den Exporten, die nominal um 9,9% zulegten. Die Anlageinvestitionen erhöhten sich preisbereinigt nur um 5,9%. Auch der Einzelhandel mit Konsumgütern wuchs 2018 nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Ein deutliches Zeichen kommt von der Autoindustrie. Die Neuzulassungen von Fahrzeugen in China sank 2018 um 3,8%. – Allerdings gelang es den deutschen Anbietern, ihre Verkäufe zu steigern und ihren Marktanteil auf 21,8% zu erhöhen.

Konfrontation hält an

Die USA behalt ihren harten Kurs gegen China bei. Damit dürfte sich der chinesische Außenhandel weiter abschwächen. Am 10. Mai erhöhten die USA die Zölle auf chinesische Waren im Gesamtwert von 200 Mrd USD von 10% auf 25%. China antwortete mit einer gestaffelten Zollerhöhung auf US-Produkte im Wert von 60 Mrd USD zum 1. Juni. Gleichzeitig könnten chinesische Unternehmen weitere Beschränkungen auf wichtigen Auslandsmärkten erfahren, da der Druck der USA zum Ausschluss von Huawei von staatlichen Netzwerkprojekten (5G) anhält.