In den jüngsten Verhandlungen über eine Beilegung des Handelskonflikts mit den USA bewegt sich kaum etwas. Zumindest wurde die Aussetzung weiterer Zollerhöhungen über den 1. März 2019 hinaus verlängert. Belastet werden die Gespräche durch den Streit um den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei und die Verhaftung der Finanzchefin in Kanada. Die USA sind mit einem Anteil von 18% Chinas wichtigster Absatzmarkt. Im Februar 2019 gingen die Exporte dorthin nach chinesischen Angaben um 10% zurück. Sollte ein Großteil der chinesischen Exporte mit einem erhöhten Zollsatz von 25% belegt werden, dürfte der Absatz in den USA deutlich sinken.

Deutsche Exporte nach China

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Handel gibt nach

Einen erster Vorgeschmack auf die Auswirkungen einer chinesischen Konjunkturschwäche bekamen deutsche Exporteure im Dezember 2018. Die Ausfuhr nach China ging im Vorjahresvergleich um 7,6% zurück. Insgesamt stiegen die deutschen Exporte dorthin im Gesamtjahr 2018 noch um 8,1%. Auf der Importseite betrug das Plus 4,3%, der Anstieg lag im Dezember bei 1,0%. Nicht allein die schwächere Binnennachfrage in China ist für die geringeren Handelszuwächse bzw. den Rückgang des Warenaustauschs verantwortlich. Immer stärker machen sich Verschiebungen in den internationalen Liefer- und Wertschöpfungsketten bemerkbar.

Im Januar 2019 erholten sich die deutschen Exporte nach China und stiegen um 7,0%, die Importe erhöhten sich um 3,7%.

Verhaltende Investitionen

Chinas Konjunktur leidet unter geringeren Investitionszuwächsen. Zwar stieg das reale BIP 2018 noch um 6,6%. Doch die Impulse kamen vor allem von den Exporten, die nominal um 9,9% zulegten. Die Anlageinvestitionen erhöhten sich preisbereinigt nur um 5,9%. Auch der Einzelhandel mit Konsumgütern wuchs 2018 nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Ein deutliches Zeichen kommt von der Autoindustrie. Die Neuzulassungen von Fahrzeugen in China sank 2018 um 3,8%. – Allerdings gelang es den deutschen Anbietern, ihre Verkäufe zu steigern und ihren Marktanteil auf 21,8% zu erhöhen.

Konfrontation hält an

Die USA werden ihren harten Kurs gegen China voraussichtlich beibehalten. Damit dürfte sich der chinesische Außenhandel weiter abschwächen. Gleichzeitig könnten chinesische Unternehmen weitere Beschränkungen auf wichtigen Auslandsmärkten erfahren. Einige Länder haben den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei bereits von Infrastrukturvorhaben ausgeschlossen. Allerdings nicht wegen der Verletzung der Iran-Sanktionen, die die USA in ihrer Klage anführen. Vermutet wird, dass die Technologie von Huawei Sicherheitslücken aufweist.