Die Krise scheint überwunden. Brasiliens wirtschaftliche Belebung zeigt sich unter anderem an den Pkw-Verkäufen. Sie sind 2018 um 13,8% gestiegen und damit stärker als in den anderen großen Absatzmärkten. Die brasilianischen Importe zogen insgesamt um 20% an. Die Landeswährung gewann in den vergangenen Monaten an Wert und bremste die Inflation.

Deutsche Exporte nach Brasilien

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Kräftiger Nachholbedarf

Nachdem die deutschen Exporte nach Brasilien zwei Jahre in Folge gesunken waren, legten sie 2018 zweistellig zu. Die Zuwächse summierten sich auf 11,7%. Im ersten Quartal 2019 folgte ein Plus von 7,4%, darunter ein Anstieg um 16,0% im März. Insgesamt lag das Exportniveau 2018 jedoch noch unter dem Wert von 2015. Anders sieht es bei den deutschen Importen aus Brasilien aus. Sie sanken 2018 um 4,8%. Im ersten Quartal 2019 war dagegen ein Anstieg um 3,1% festzustellen.

Die brasilianischen Exporte sind 2018 insgesamt – in US-Dollar gerechnet – um 10% gestiegen und das Handelsdefizit ging zurück. In den ersten beiden Monaten 2019 schwächte sich der Exportanstieg auf 1,7% ab und das Handelsdefizit nahm leicht zu. Deutschland hatte einen Anteil von 5,8% an den brasilianischen Importen.

Langsame Erholung

Auch wenn die Konjunktursignale positiv sind: Im Gesamtjahr 2018 wuchs die brasilianische Wirtschaft nur um 1,1% – und damit ähnlich schwach wie 2017. Für 2019 rechnet die Weltbank mit einer Verdoppelung der Wachstumsrate auf 2,2%, die auch in den Folgejahren erreicht werden soll. Dazu sollen die wieder kauffreudigeren (und kaufkräftigeren) Verbraucher ebenso beitragen wie die zuversichtlicheren Unternehmen. Auch aus dem Export dürften weitere Konjunkturimpulse kommen – abhängig vom Verlauf des Handelskonflikts zwischen China und den USA.

Chancen einer Marktöffnung

Bislang profitierten die brasilianischen Sojabauern von den höheren Zöllen auf US-Soja in China. Das könnte sich durch eine Einigung der beiden Kontrahenten ändern. Auch das Wetter könnte die Exportmöglichkeiten begrenzen, wenn El Nino weiterhin starken Regen bringt. Langfristig bieten sich durch die Öffnung des brasilianischen Marktes und einen entsprechend Zugang zu anderen Märkten bessere Absatzmöglichkeiten in beide Richtungen.