Argentinien durchläuft (wieder einmal) eine tiefe Währungskrise. Im Jahresdurchschnitt 2018 verlor der Argentinische Peso 43,1% gegenüber dem Euro. Die Kursstabilisierung im November war ein positives Zeichen im Vorfeld des Treffen der G20. Doch die Wirtschaftsleistung droht bis weit in das Jahr 2019 zu sinken. Die Inflation verringert die verfügbaren Einkommen und macht weitere Gegenmaßnahmen erforderlich.

Deutsche Exporte nach Argentinien

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Währungskrise halbiert Außenwert

Die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed haben den Argentinischen Peso 2018 deutlich unter Druck gesetzt. Der Vertrauensverlust hatte massive Auswirkungen auf die Wirtschaft (siehe auch https://www.exportmanager-online.de/nachrichten/stress-fuer-die-waehrungen-der-schwellenlaender-10082/) und damit auch auf die Importnachfrage. Im Herbst 2018 waren auch die deutschen Exporte deutlich betroffen. Insgesamt gingen die Lieferungen 2018 um 1,3% zurück. Im ersten Quartal 2019 verschärfte sich der Exportrückgang und erreichte im März mit –36,3% einen neuen Höhepunkt.

Auf der Importseite stand für 2018 noch ein Plus von 1,9% zu Buche. Doch bereits zum Jahresende gingen die deutschen Bezüge aus Argentinien stark zurück. Im ersten Quartal 2019 sanken die Importe um 31,1%.

Anpassungslasten schwächen Nachfrage

Bereits seit dem Frühjahr 2018 geht die argentinische Wirtschaftsleistung zurück. Nach Schätzungen der Weltbank schrumpfte das reale BIP 2018 um 2,8%. Auch für 2019 wird ein Minus von 1,7% prognostiziert, bevor es in den Folgejahren wieder aufwärts geht. Verschärft wurde die Krise 2018 durch den Rückgang der Agrarproduktion und damit eines wichtigen Exportsektors. Die heftigen Regenfällen im Januar lassen auch für 2019 eine schwache Ernte befürchten.

Handelsabkommen mit EU birgt Chancen

Die Verhandlungen zwischen dem Mercosur und der EU werden im Frühjahr 2019 unter argentinischer Präsidentschaft fortgesetzt. Dann wird sich zeigen, wie der neue brasilianische Präsident Bolsonaro zu dem angestrebten Freihandelsabkommen steht. Argentiniens Agrarproduzenten würden von einem besseren Marktzugang in der EU deutlich profitieren. Deutsche Exporteure könnten im Gegenzug Marktanteile in Argentinien gewinnen.